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Freitag, 11. Oktober 2013

Bitcoin-Plattform Silk Road - FBI kommt nicht an Bitcoin-Vermögen



Nach der Razzia bei der Bitcoin-Plattform Silk Road versucht das FBI derzeit ohne Erfolg, an das Bitcoin-Vermögen des Betreibers zu kommen. Immerhin handelt es sich dabei um Bitcoins im Wert von rund 80 Millionen Dollar. Aber das Konto des Betreibers ist einfach zu gut verschlüsselt.

Anfang Oktober nahm das FBI den Betreiber der Bitcoin-Börse Silk Road in Gewahrsam. Ihm wird vorgeworfen, Geldwäsche und Drogenhandel über das Portal getätigt zu haben. Doch schon wenige Tage nach der Razzia und der Festnahme von dem Betreiber Ulbricht, muss das FBI die erste Schlappe hinnehmen.

Die Ermittler scheiterten bei dem Versuch, Ulbrichts Bitcoin-Vermögen zu konfiszieren. Ulbricht besitzt rund 600.000 Bitcoins was derzeit in etwa 80 Millionen Dollar sind. Die von Ulbricht gehaltenen Bitcoins entsprechen immerhin ungefähr fünf Prozent aller derzeit existierenden Bitcoins. Die Bitcoins von Ulbricht befinden sich auf einem separat betrieben Konto. Dieses ist jedoch so gut verschlüsselt, dass bis dahin noch nicht darauf zugegriffen werden konnte, sagte ein FBI-Sprecher dem Forbes Magazine.

Das FBI konnte jedoch etwa 26.000 Bitcoins im Wert von rund 3,5 Millionen Dollar sicherstellen. Diese gehören Nutzern von Silk Road, die die Bitcoins von ihrem Konto bereits auf eine Art Ausführungskonto transferiert hatten. Nach Lieferung der gekauften Ware, sollten die Bitcoins an den Verkäufer überschrieben werden. Dieses Ausführungskonto machte es dem FBI einfacher, auf die Bitcoins zuzugreifen, berichtet zerohedge. Nach dem Zugriff transferierte das FBI dann die 26.000 Bitcoins auf ein eigens erstelltes Nutzerkonto.

Auf die Frage, was das FBI mit den Bitcoins machen werde, sagte der Sprecher, man werde sie herunterladen, speichern und bis zum Ende des Prozesses aufbewahren. Was danach passiere sei schwer zu sagen, da es eine neue Situation sei. „Wir werden sie wahrscheinlich liquidieren.“

Die Nutzer, deren Bitcoins beschlagnahmt wurden, werden ihr Geld wahrscheinlich nicht wieder sehen. Allerdings haben die User einen Weg gefunden, sich wenigsten ein bisschen am FBI zu rächen. Es gelang ihnen, das Konto des FBI auszumachen, das angelegt werden musste, um die Bitcoins zu transferieren. An diese Bitcoin Wallet überweisen die User kleinste Bitcoin-Beträge und heften beschimpfende Nachrichten an. Da die Überweisungen anonymisiert sind, kann das FBI keine Rückschlüsse auf die Personen hinter den Beschimpfungen ziehen.


Montag, 19. August 2013

Anonyme Bezahldienste unter Druck

Sowohl die Europäische Union als auch die USA wollen neue Regeln für Geldtransfers im Internet schaffen. Betroffen sind nicht nur Prepaid-Zahlungsdienstleister und andere E-Geld-Dienste, sondern auch virtuelle Währung wie Bitcoin.

Kennzeichen der Bezahlsysteme: Dezentral und Anonym

Bei dem bekannten Online-Bezahlsystemen PayPal muss man sich mit Namen, weiteren persönlichen Daten und einer Kontoverbindung registrieren. Das Konto wird erst freigeschaltet, nachdem die angegebenen Daten verifiziert wurden. Gerüchten zufolge werden die Kundendaten sogar mit Listen von Terror- oder Drogenhandel-Verdächtigen der US-amerikanischen Heimatschutzbehörde abgeglichen.
Es gibt aber auch Bezahlsysteme, die anonyme Transaktionen ermöglichen. Die Paysafecard ist zum Beispiel im stationären Handel erhältlich und kann ohne Angabe persönlicher Daten gekauft werden. Eine sechzehnstellige PIN wird im Internet mit persönlichem Passwort versehen. Die Paysafecard kann entweder als Scheckkarte, Ausdruck bei einem elektronischen Händlersystem oder als Online-PIN erworben werden.
Einen Spezialfall des E-Geldes bilden die Online-Währungen Bitcoin, Litecoin, PPCoin und Namecoin: Um Geldzahlungen zwischen den Teilnehmern zu übermitteln und zu speichern, wird ein dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk verwendet. Jede Transaktion von Geldeinheiten zwischen Teilnehmern des Netzwerks wird mit einer digitalen Signatur versehen und in einer öffentlichen, vom gesamten Netzwerk betriebenen Datenbank aufgezeichnet.
Zahlungen finden an pseudonyme Adressen statt, welche die Software für jeden Teilnehmer beliebig neu erzeugen kann. Die Identität der Handelspartner ist schwer zu ermitteln.

Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und organisierte Kriminalität

Während in Deutschland E-Geld nur in Beträgen bis zu hundert Euro anonym transferieren kann, liegt die Obergrenze im europäischen Ausland schon höher, nämlich zwischen 250 und 2.500 Euro, wie Heise berichtet.
Bei Bitcoins und anderen Online-Währungen gibt es nur technische Obergrenzen, rechtliche Obergrenzen wären ohnehin nicht durchsetzbar. Weder für Transfers noch für Geldschöpfung noch für Aufbewahrung von Guthaben sind regulierte Banken oder zentrale Autoritäten nötig.
Daher laden diese Zahlungssysteme dazu ein, von Terroristen und der organisierten Kriminalität missbraucht zu werden. Vor allem das Geldwäsche-Risiko ist hoch, weil die Herkunft des Geldes nicht offenbart werden muss. Dass Überweiser und Empfänger weitgehend anonym bleiben, macht insbesondere virtuelle Währungen für Waffen- und Drogengeschäfte attraktiv.

Bezahlsysteme geraten ins Visier des Gesetzgebers

Daher hat der US-Senat eine Untersuchung zu den Kriminalitätsrisiken der virtuellen Währungen eingeleitet. Am Ende der des Prozesses könnte laut Heise eine umfassende Regulierung dieser Währungen stehen.
In der Europäischen Union ist man schon etwas weiter: Eine geplante Richtlinie zu Geldwäsche und -transfers könnte dazu führen, dass in der gesamten EU keine anonymen Prepaid-Angebote im E-Commerce mehr eingesetzt werden könnten. Das erklärte Hugo Godschalk, Geschäftsführer des Prepaid Forums Deutschland, gegenüber Heise.

Recht auf anonyme Zahlungen?

Wenn die Richtlinie so weitreichende Konsequenzen hat, wäre es im elektronischen Handel nicht mehr möglich, unerkannt bis zu gewissen Betragsgrenzen zahlen zu können  – was in der physischen Welt mit Bargeld durchaus möglich ist.
Patrick Beyer, Rechtsexperte im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und bei der Piratenpartei Schleswig-Holstein, verweist auf ein “legitimes Interesse an Anonymität”, wenn Zahlungen etwa auf die eigene Religion oder Weltanschauung, eine Behinderung, das Sexualleben oder die politische Meinung hinwiesen. Heise zitiert:
Internetnutzer haben ein Recht darauf, mit Online-Bargeld bezahlen und spenden zu können, ohne dass ihr Zahlungsverhalten anlasslos personenbezogen aufgezeichnet wird.

http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/anonyme-bezahldienste-unter-druck/

Freitag, 2. August 2013

Cyberkriminelle machen Blogger das Leben zur Hölle

Da soll nochmal jemand fragen, wieso wir Blogger hier unter einem Nicknamen unterwegs sind....

Brian Krebs ist Sicherheitsforscher und treibt sich in Onlineforen herum, die der Bodensatz des World Wide Web zur Kommunikation nutzt. Hacker, Cracker, Identitätsdiebe und Drogenhändler treiben sich dort herum. Dass er sich mit seinem Sicherheitsblog, in dem er über das Treiben dieser Menschen berichtet, im Untergrund keine Freunde macht, versteht sich von selbst. In einem Blogeintrag schildert Krebs jetzt, wie ihm die Cybermafia das Leben zur Hölle macht.
Foto: Brian Krebs
Einmal habe nach einem Fake- Anruf Cyberkrimineller ein Trupp von zwölf schwerbewaffneten Polizisten wegen einer vermeintlichen Geiselnahme sein Haus umstellt, ein anderes Mal habe er festgestellt, dass irgendjemand einen 20.000 Dollar schweren Kredit auf seinen Namen aufgenommen habe. Hacker sollen sein Kabelfernsehen für drei Jahre im Voraus bezahlt haben – mit geklauten Kreditkarten. Die Methoden, mit denen Cyberkriminelle Krebs fertigmachen wollen, sind vielfältig.
Ihr neuester Streich: Sie wollten Krebs als Drogensüchtigen hinstellen und haben über den Onlineschwarzmarkt Silk Road kurzerhand Heroin auf seine Adresse bestellt. Ihr Plan: Nach der Lieferung bei der Polizei anrufen und Krebs die Bestellung in die Schuhe schieben. Der Sicherheitsforscher hatte das Forum, in dem das Komplott geschmiedet wurde, allerdings längst infiltriert.

Mit Bitcoins im "Deep Web" auf Shoppingtour

Ein mutmaßlich russischer Cyberkrimineller, der unter Pseudonymen wie "Fly", "Flycracker" und "MUXACC1" auftritt, hatte in dem Forum einen Beitrag eröffnet, in dem er andere User des Hackerforums auffordert, Bitcoins – eine anonyme Onlinewährung - auf ein eigens erstelltes Spendenkonto einzuzahlen. Der Zweck des Kontos: Heroin kaufen. Es dauerte nicht lang, bis die Kriminellen zwei Bitcoins im Wert von rund 150 Euro zusammenhatten, wie Krebs, der die ganze Aktion in Echtzeit beobachtete, auf seinem Blog  schildert.
Mit den beiden gesammelten Bitcoins gingen die Cyberkriminellen im "Deep Web" (siehe Infobox) auf Einkaufstour - in jenem Teil des Internets, der nur über den Anonymisierungsdienst Tor zugänglich ist. Der Onlineschwarzmarkt Silk Road dient dort als Anlaufstelle für den Handel mit Drogen, Pornos, aber auch Falschgeld. Zwar glaubten sich die Kriminellen unbeobachtet, doch sie wurden von Krebs die ganze Zeit überwacht.

Krebs kündigte der Polizei den Fake- Anruf an

So kam es auch, dass Krebs mitverfolgen konnte, wie "Flycracker" zehn winzige Säckchen Heroin bestellte. Der dafür verwendete Benutzername: "briankrebs7". Der Verkäufer, ein unter dem Pseudonym "Maestro" agierender Drogenhändler, akzeptierte die Bestellung und sicherte dem Käufer zwei Säckchen Heroin extra zu. Drei Tage werde der Versand an die Adresse von Krebs dauern, prognostizierte er. Der Plan schien perfekt. Die Kriminellen brauchten nur noch die Polizei zu alarmieren und Krebs würde als Drogensüchtiger dastehen.
"Flycracker" und seine Lakaien hatten aber die Rechnung ohne Krebs selbst gemacht. Der Sicherheitsforscher alarmierte kurzerhand das FBI und die lokale Polizei und warnte einen Beamten vor, dass in den nächsten Tagen eine Drogenlieferung auf seine Adresse gemeldet werden sollte, es sich dabei aber um den Versuch handle, ihm etwas anzuhängen. Der Polizist, der bei der Einvernahme erzählt haben soll, er wolle eines Tages "weg vom Internet und Google", notierte die Aussage und sagte Krebs zu, man werde den Anruf der Ganoven erwarten.

Heroin kam in unscheinbarem Express- Brief

Tatsächlich kam die Lieferung für Krebs, eine unscheinbare Express- Sendung aus Chicago, dann sogar einen Tag früher an als erwartet. Der Inhalt: Das Hochglanzmagazin "Chicago Confidential", auf dessen letzter Seite mit Klebeband 13 kleine Säckchen mit weißem Pulver befestigt waren. Krebs kontaktierte den Polizisten, den er bereits vorab über die Sendung informiert hatte, und dieser kam zum Haus von Krebs.
Weil er keine Heroin- Schnelltests mehr hatte, konnte er nicht mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass Krebs tatsächlich Suchtgift geschickt worden war. Die Bewertungen auf Silk Road hätten jedoch dafür gesprochen. Jetzt wartet der Sicherheitsforscher auf die Analyseergebnisse der Polizei. Der geplante Anruf der Cyberkriminellen, die ihm die Sache anhängen wollten, blieb unterdessen aus. Es ist durchaus denkbar, dass sie die Lunte gerochen haben und schon das nächste Komplott gegen Krebs planen.

http://www.krone.at/Digital/Cyberkriminelle_machen_Blogger_das_Leben_zur_Hoelle-Heroin_in_der_Post-Story-370863

Thailand verbietet als erstes Land Bitcoins

Vor wenigen Tagen berichtet das Handelsblatt über Schneeball-System - Börsenaufsicht geht gegen Bitcoin-Betrüger vor

Nun gibt es ein Verbot von der der Bank of Thailand:

Nach der Ächtung von Bitcoins in Thailand fürchten die Freunde der digitalen Währung eine Verbotswelle in weiteren Ländern. Doch es gibt wichtige Gründe, die dagegensprechen.

Foto: AP   Münzen der digitalen Währung Bitcoin

Für die Fans ist es ein Schock, Skeptiker fühlen sich bestätigt: Mit Thailand hat diese Woche erstmals ein Staat Bitcoins verboten. Schon seit langem wird über das digitale Zahlungsmittel kontrovers diskutiert. Während die einen Bitcoins (Kürzel BTC) als das Geld der Zukunft sehen, fürchten andere den Verlust staatlicher Kontrollmöglichkeiten über den Zahlungsverkehr – angesichts der zunehmenden Bedeutung des Internethandels kein triviales Problem.

Das eigentliche Verbot in Thailand bewegt den Markt bislang kaum: Am Donnerstag notierte die Internet-Währung an Handelsplätzen wie Mt.Gox oder bitcoin.de bei rund 75 Euro und damit sogar etwas höher als zu Beginn der Woche. Die thailändische Zentralbank hatte in dieser Woche entschieden, dass Bitcoins mangels gesetzlicher Grundlagen nicht als Währung anzusehen sind und daher folglich nicht für Zahlungsvorgänge verwendet werden dürfen.

Kenner der Materie diskutieren darüber, ob mit der thailändischen Entscheidung ein Präzedenzfall für andere Länder in der Welt geschaffen wurde. Auch in der Europäischen Union und den USA hat die ehemalige Hackerwährung Gegner. "Anders als in Thailand gibt es in Deutschland eine gesetzliche Grundlage für Bitcoins", sagt jedoch Oliver Flaskämper, Chef der Handelsplattform Bitcoin.de. In der deutschen Politik gebe es keine Bestrebungen, das digitale Geld zu verbieten.

Alle Schandtaten sind möglich

Kritischer äußert sich der Internet-Jurist Thomas Schulte, Gründungspartner der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte: "Hinter Bitcoins steht keine Notenbank und kein Staat. Alle Schandtaten, die bereits mit realem Geld möglich sind, können damit anonym, global und in bislang unklarem rechtlichen Raum getätigt werden." Geldwäsche sei dafür nur ein Beispiel.

Geld aus unlauteren Geschäften könne auf Onlinekonten transferiert, in virtuelle Währung umgetauscht und dann bei teilnehmenden Onlinehändlern zum Bezahlen eingesetzt werden. Aus Sicht von Schulte herrscht juristisch dringender Handlungsbedarf, diese Gefahren einzudämmen. "Ob sich das Problem durch ein einfaches Verbot in einzelnen Ländern, wie jetzt in Thailand, lösen lässt, ist in Zeiten globalen Internethandelns stark zu bezweifeln."

Ganz andere Motive für die Verbotsbestrebungen hat der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (FDP) ausgemacht, der als Kritiker der Euro-Rettungspolitik bekannt geworden ist: "Die Staatsmacht nimmt Bitcoin als Konkurrenz zum Monopolgeld ernst und schlägt wüst um sich." Nur sei der Versuch, Bitcoins zu ächten, zum Scheitern verurteilt. Das sei nicht viel anders, als wolle man das Internet verbieten. Schäffler plädiert statt dessen dafür, Währungswettbewerb zuzulassen.

Bitcoins wurden 2009 von einem japanischen Kryptologen namens Satoshi Nakamoto eingeführt, der nach eigenem Bekunden ein absolut fälschungssicheres Geld für das Internet schaffen wollte. Anders als bei Euro oder Dollar ist die Geldmenge nicht beliebig erweiterbar. Sie wird irgendwann bei 21 Millionen ein Maximum erreichen. Inzwischen akzeptieren laut Bitpay.com global mehr als 7500 Stellen die digitale Währung, darunter auch Länden in der realen Welt. Allein im "Bitcoin-Kiez" in Berlin-Kreuzberg lässt sich dort in 15 Geschäften und Gaststätten zahlen.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Schneeball-System - Börsenaufsicht geht gegen Bitcoin-Betrüger vor

Die Internetwährung Bitcoin steht erneut mit einem Gerichtsprozess im Fokus. Der Investor Trendon Shavers soll Anleger betrogen haben. Es geht um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. 

New York Die US-Behörden gehen gegen einen neuen Fall von Betrug mit der digitalen Währung Bitcoin vor. Die Börsenaufsicht SEC reichte am Dienstag eine Klage gegen den Investor Trendon Shavers aus Texas ein, der Anleger mithilfe eines Schneeball-Systems betrogen haben soll. Shavers habe mindestens 66 Anlegern versprochen, ihre Bitcoin zu investieren und hohe Renditen damit zu erwirtschaften. Dies habe er allerdings tatsächlich nie getan.

Bitcoin wurden 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Nutzer können die Währung als virtuelle Guthaben erwerben. Der Wechselkurs zu echtem Geld wird täglich errechnet - und kann teils extrem schwanken.

Shavers versprach den Anlegern nach Angaben der SEC, ihre Bitcoin mit bis zu sieben Prozent pro Woche zu verzinsen. Dafür hätten ihm Anleger 2011 und 2012 insgesamt 700.000 Bitcoin anvertraut. Tatsächlich habe der mutmaßliche Betrüger die Währung aber nie investiert, sondern aus dem Geld neuer Anleger lediglich Zinsen sowie Anleger bezahlt, die wieder ausgestiegen sind. Die 700.000 Bitcoin waren laut 2011 und 2012 laut SEC im Schnitt 4,5 Millionen Dollar (3,4 Millionen Euro) wert. Heute wären sie 60 Millionen Dollar wert.

 http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/schneeball-system-boersenaufsicht-geht-gegen-bitcoin-betrueger-vor/8539272.html

Mittwoch, 19. Juni 2013

Fed hat Bitcoin und Paypal im Visier

Die stellvertretende Fed-Vorsitzende Janet Yellen machte auf der Konferenz in Schanghai auch Bitcoin und Paypal zum thema.

SCHANGHAI – Die US-Notenbank Federal Reserve prüft mögliche Risiken bei Online-Zahlungsanbietern wie Paypal oder Bitcoin. Das sagte die stellvertretende Vorsitzende Janet Yellen am Montag bei einer geldpolitischen Konferenz in Schanghai. „Wir haben bei der Fed und mit Bankenverbänden gesprochen und versuchen zu verstehen, welche Probleme diese neuen Zahlungsmechanismen verursachen können", antwortete Yellen bei einer Podiumsdiskussion auf die Frage, wie Anbieter wie die Ebay-Tochter Paypal in den USA beaufsichtigt werden.

Yellens Aussagen haben besonderes Gewicht, weil sie als Favoritin auf die Nachfolge von Fed-Chef Ben Bernanke gilt, dessen Amtszeit Anfang kommenden Jahres endet. Die US-Behörden haben Anbieter von Online-Bezahldiensten schon seit Monaten verstärkt im Visier. Das Finanzministerium hatte im März entschieden, dass Unternehmen, die im Internet Währungen ausgeben oder tauschen, den Geldwäscheregelen unterliegen. Im Mai hatte das Innenministerium ein Konto der Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox eingefroren, da das Unternehmen und eine Tochter „Teil eines nicht lizensierten Gelddienstleistungsgeschäfts" seien.

Internetwährungen werden beliebter, weil sie bei vielen Onlineshops akzeptiert werden. Zudem profitieren sie von den Sorgen der Kunden um Datenschutz, Skepsis gegenüber traditionellen Währungen und nicht zuletzt der Möglichkeit, so Geldwäsche zu betreiben.

Eine der schnellsten wachsenden Alternativwährungen ist Bitcoin. Die Onlinewährung gibt es seit 2009. Sie wird weder durch eine Notenbank gestützt, noch durch einen zentralen Verwalter reguliert.

In der vergangenen Woche hatten die US-Behörden Klage gegen die Betreiber von Liberty Reserve erhoben. Durch die digitale Währung soll Schwarzgeld im Wert von etwa 6 Milliarden US-Dollar gewaschen worden sein. „Das ist sehr wohl auf unserem Radarschirm. Wir versuchen gründlich, die Risiken zu identifizieren", sagte Yellen in Bezug auf die diese neuen Bezahlsysteme.

>>> http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887324063304578522923215236306.html

Samstag, 1. Juni 2013

Onlinewährungs-Börse verschärft Regeln - Ausweis zeigen, Bitcoins tauschen

Nach dem Geldwäscheskandal um Liberty Reserve hat nun die größte Bitcoin-Börse ihre Regeln verschärft. Nutzer der Onlinewährung müssen sich ausweisen.

Eigentlich gibt's Bitcoins nur virtuell, aber mit dem richtigen Code im Hologramm kann man auch Münzen draus machen.

BERLIN dpa | Nach dem Geldwäscheskandal um das virtuelle Geld von Liberty Reserve hat die größte Börse für die Internetwährung Bitcoin ihre Bestimmungen für den Devisenumtausch verschärft.

Kunden von Mt. Gox müssen sich ab sofort ausweisen, wenn sie Bitcoins in andere Währungen tauschen und abheben, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Einlagen und Abhebungen von Bitcoins sind weiter anonym möglich.

Das Online-Bezahlsystem Liberty Reserve mit Sitz in Costa Rica soll Dreh- und Angelpunkt für einen der größten Geldwäsche-Ringe aller Zeiten gewesen sein. Über den Dienst seien mehr als 6 Milliarden Dollar (4,7 Mrd Euro) aus kriminellen Machenschaften geflossen, erklärte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Bitcoins werden mit einer komplizierten Verschlüsselungstechnik erstellt, die so zeit- und rechenaufwendig ist, dass jedes Kopieren unmöglich ist. Die Zahl der erzeugbaren Geldeinheiten ist auf 21 Millionen begrenzt. Bitcoins sind dadurch so knapp wie Gold.

>>> http://www.taz.de/Onlinewaehrungs-Boerse-verschaerft-Regeln/!117226/


Geldwäsche-Skandal Liberty-Reserve-Coup war jahrelang vorbereitet

Die Zerschlagung der „Bank der Wahl für die Unterwelt“ kam für die breite Öffentlichkeit als Überraschung. Doch die US-Behörden wurden bereits vor Jahren auf den größten Geldwäsche-Ring der Geschichte aufmerksam.

Staatsanwalt Preet Bharara bei der Bekanntgabe des Coups am Mittwoch.
Quelle: Reuters
San Jose. Das Internet-Bezahlsystem Liberty Reserve hat sich schon seit mehreren Jahren im Visier der Ermittler befunden. Erstmals hätten im Jahr 2009 und 2010 Banken verdächtige Transaktionen gemeldet, erklärte der stellvertretende Direktorin der Antidrogenbehörde in Costa Rica, Bernardita Marin, am Freitag.

Daraufhin habe man Untersuchungen eingeleitet, die Staatsanwaltschaft ermittele seit 2011. In diesem Jahr hätten auch die USA Costa Rica über mögliche kriminelle Aktivitäten des Unternehmens informiert, das seinen Sitz in dem mittelamerikanischen Land hatte.

Wie soll die Geldwäsche funktioniert haben?
Nutzer von Liberty Exchange konnten sich gegenseitig online Geld überweisen. Dabei durfte man auch jegliche falsche Angaben zur eigenen Person machen, vom Namen bis zur Adresse - denn Dokumente musste niemand vorzeigen. An der Tagesordnung waren Namen wie „Russia Hackers“ oder „Hacker Account“. Zudem wurden die Überweisungen in der hauseigenen Einheit „LR“ verschickt. Man konnte die Liberty-Reserve-Währung bei mehreren Wechseldiensten kaufen und wieder in offizielle Währungen umtauschen. Mit diesem zweistufigen System waren die Geldströme für Behörden nicht mehr nachzuverfolgen.

Wer waren die Kunden von Liberty Reserve?
Laut Anklage der US-Behörden wurde der Dienst genutzt, um zum Beispiel Einkünfte aus dem Drogenhandel, illegalem Glücksspiel oder Betrugsdelikten zu waschen - aber auch um kriminelle Geschäfte abzuwickeln, etwa wenn man einen Hacker für erbeutete Kreditkarten-Informationen bezahlen wollte. Die Ermittler gehen davon aus, dass so gut wie das gesamte Zahlungsvolumen von rund sechs Milliarden Dollar aus kriminell erworbenen Geldern bestand. Kunden, die durch das Vorgehen der Behörden rechtmäßige Einnahmen verloren haben sollten, wurden aufgerufen, sich zu melden.

Könnten die Geldwechsler einen Hinweis auf die Kunden liefern?
Kaum, denn die empfohlenen Wechseldienste mit Namen wie Swiftexchanger oder AsianaGold gehörten nach Erkenntnissen der Ermittler zum System von Liberty Reserve dazu. Sie waren in Ländern mit lascher Finanz-Aufsicht wie etwa Nigeria oder Vietnam angesiedelt. Die Domainnamen hätten den Betreibern von Liberty Reserve gehört.

Wie verdiente Liberty Reserve mit?
Der Bezahldienst nahm als Kommission ein Prozent des Überweisungsbetrags und erhob zusätzlich eine „Privatsphären-Gebühr“ von 75 US-Cent pro Zahlung. Dafür wurde die Kontonummer des Überweisenden bei Liberty Reserve unkenntlich gemacht.

Was ist der Unterschied zu anderen digitalen Währungen wie Bitcoin?
Auch der Bitcoin ist eine unregulierte künstliche Digitalwährung. Sie wird aber in einem komplizierten und rechenaufwendigen Prozess erstellt, außerdem ist das Bitcoin-Volumen drastisch eingeschränkt, was die Währung unattraktiv für Geldwäsche macht.

Liberty Reserve steht im Mittelpunkt eines der größten Geldwäsche-Skandale der Geschichte. Rund sechs Milliarden Dollar aus dunklen Kanälen und kriminellen Machenschaften weltweit sollen über das System in den Wirtschaftskreislauf geflossen sein. Der Gründer Arthur Budovsky sowie mehrere mutmaßliche Komplizen wurden festgenommen.

Nachdem die Behörden am Mittwoch vom Coup berichtet hatten, sind Online-Währungen unter Druck geraten. Am Freitag hat die größte Börse für die Internetwährung Bitcoin ihre Bestimmungen verschärft. Kunden von Mt. Gox müssen sich ab sofort ausweisen, wenn sie Geld in Bitcoins umtauschen wollen. Einlagen und Abhebungen bleiben weiterhin anonym möglich.

Bei Liberty Reserve war Anonymität oberstes Gebot – selbst wenn ein Nutzer als Verwendungszweck „Für Kokain“ angegeben hatte, oder seine Adresse als „Gefälschte Haupstraße“ war, war ein Umtausch problemlos möglich.

>>> http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/geldwaesche-skandal-liberty-reserve-coup-war-jahrelang-vorbereitet/8284806.html

siehe auch > Liberty Reserve - Owner Arthur Budovsky Belanchuk wegen Verdacht auf Geldwäsche in Spanien verhaftet