Sie sollen das ganz große Glücksspiel-Rad in Österreich und Deutschland gedreht haben, die Zampanos des sogenannten „Wiener Karussells“. Nun präsentierte Staatsanwalt Markus Berghammer zwei Verdächtigen, den Ex-Machern der Wiener IT-Dienstleisters Luck24 GmbH, die Rechnung.
Tausende mit Glücksspiel im Internet abgezockt
Staatsanwalt wirft heimischer IT-Firma schweren Betrug vor, die Verdächtigen bestreiten.
In der 117 Seiten starken Anklage werden Stefan K. und Robert M., Geschäftsführer und angeblich faktischer Geschäftsführer von Luck24, des schweren gewerbsmäßigen Betruges bezichtigt. Tatzeit: 2007 bis 2011. Der Schaden soll 191,61 Millionen Euro betragen. Die Strafdrohung: bis zu zehn Jahre Haft. Die Vorwürfe werden bestritten. Die Anklage ist nicht rechtskräftig. „Die Zahl der Opfer dürfte gigantisch sein“, sagt Richterin Christina Salzborn zum KURIER. „Es gibt dabei einen sehr starken Deutschland-Bezug.“ Mehrere Tausend Geschädigte, vor allem ältere Semester, sollen betroffen sein. Laut Anklage soll die Luck24 GmbH unbedarfte Bürger zur Teilnahme an angeblich lukrativen Gewinn-Systemen verlockt haben. Es dürfte sich u.a um Spiele wie Top200, Premiumwinner, Spielfox oder EuroChance49 gehandelt haben.
Die Firma behauptet, nur als Kundenverwaltung von Gewinnspiel-Klubs und LottoTippgemeinschaften fungiert zu haben. Laut Salzborn sollten die Opfer u. a. en masse an den 200 besten Internet-Gewinnspielen angemeldet werden. „Bei vielen Gewinnspielen war eine Massen-Anmeldung weder faktisch noch rechtlich möglich“, sagt Salzborn. Zum Teil sollen die Opfer gar nicht angemeldet worden sein, oder nur bei Spielsystemen, die nicht dem Versprochenen entsprachen. Entgegen Zusagen sollen auch Spieleinsätze nicht zurückgezahlt worden sein.
Verteidigung
„Wir werden im Prozess beweisen, dass die Vorwürfe nicht stimmen“, sagt Alexander Schoeller, Verteidiger von Robert M., zum KURIER. „Die Luck24 war nur ein Abwickler und Dienstleister.“ Dass unter den Auftraggebern auch schwarze Schafe waren, könne man Luck24 nicht vorwerfen. Schoeller: „Nicht einmal in der Anklage ist mehr von einem Riesen-Netzwerk und mafiöser Struktur die Rede.“ „Die Luck24 hatte für verschiedene Auftraggeber, die diese Produkte vertrieben haben, die gesamte Abwicklung übernommen“, sagt Martin Nemec, der mit Herbert Eichenseder Luck24-Chef Stefan K. verteidigt. „Sie hat ihrerseits veranlasst, dass Payment-Dienstleister die Einziehung der Gelder durchgeführt haben.“ Es sei nicht wahr, dass sein Mandat Kopf eines Abzock-Karussells ist. Er komme unschuldig zum Handkuss. Die Schadenshöhe sei eine „Fantasie“. Indes wurden K. und M. in einem ersten Prozess wegen Lotto-Betrugs freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Aktuelles in Zahlen: 117 Seitenstark ist die Anklage. Der Vorwurf lautet auf schweren gewerbsmäßigen Betrug. 191,61 Millionen Euro groß soll der Schaden, die Zahl der Geschädigten „gigantisch“ sein.
>>> http://kurier.at/wirtschaft/wirtschaftspolitik/anklage-gegen-luck24-tausende-mit-gluecksspiel-im-internet-abgezockt/27.028.877
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Samstag, 21. September 2013
Anklage gegen Luck24: Tausende mit Glücksspiel im Internet abgezockt - die Zampanos des Wiener Karussells
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Samstag, 14. September 2013
Mannheim/Pforzheim - Anklage wegen Steuerhinterziehung bei Goldgeschäften
Weil er bei einem Gold-Geschäft Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 54-Jährigen aus Pforzheim erhoben.
Mannheim/Pforzheim. Der Geschäftsführer eines Unternehmens soll zwischen Oktober und Dezember 2010 Gold im Wert von 155 Millionen Euro gekauft haben. Der Anklagebehörde zufolge soll er aber gar nicht an dem wertvollen Edelmetall interessiert gewesen sein. Stattdessen habe er das Geschäft nur genutzt, um Steuern in Höhe von knapp 30 Millionen Euro zu hinterziehen. Ein Termin zur Verhandlung vor dem Landgericht Mannheim stand zunächst nicht fest.
Quelle
Bei dem in U-Haft sitzenden Goldhändler handelt es sich um Holger Spreu (54) aus Pforzheim, Gründer der Schmuck und Kunstgalerie Stuttgart GmbH - nach einem Umzug hs metall werte GmbH.
Nähere Informationen dazu gibt es bei GoMoPa.net
Mannheim/Pforzheim. Der Geschäftsführer eines Unternehmens soll zwischen Oktober und Dezember 2010 Gold im Wert von 155 Millionen Euro gekauft haben. Der Anklagebehörde zufolge soll er aber gar nicht an dem wertvollen Edelmetall interessiert gewesen sein. Stattdessen habe er das Geschäft nur genutzt, um Steuern in Höhe von knapp 30 Millionen Euro zu hinterziehen. Ein Termin zur Verhandlung vor dem Landgericht Mannheim stand zunächst nicht fest.
Quelle
Bei dem in U-Haft sitzenden Goldhändler handelt es sich um Holger Spreu (54) aus Pforzheim, Gründer der Schmuck und Kunstgalerie Stuttgart GmbH - nach einem Umzug hs metall werte GmbH.
Nähere Informationen dazu gibt es bei GoMoPa.net
Mittwoch, 4. September 2013
Former Wellington Resident Charged in Investment Fraud Scheme
Wifredo A. Ferrer, United States Attorney for the Southern District of Florida; Michael B. Steinbach, Special Agent in Charge, Federal Bureau of Investigation (FBI), Miami Field Office; and Drew J. Breakspear, Commissioner, Florida’s Office of Financial Regulation, announce the unsealing of an indictment charging George Louis Theodule, 52, former resident of Wellington, Florida, with multiple counts of wire fraud, securities fraud, and money laundering. Theodule was arrested on August 23, 2013, and had his initial appearance before U.S. Magistrate Judge Dave Brannon later that morning.
According to the indictment, Theodule engaged in an investment fraud or Ponzi scheme, wherein he induced individuals to invest money with his companies, Creative Capital Consortium and A Creative Capital Concepts, based upon the representation that he would be able to double their money in 90 days, primarily by trading in stock options. Theodule, the indictment alleges, targeted the Haitian community in South Florida and elsewhere, forming “investment clubs” that attracted thousands of investors between late 2007 and late 2008. In reality, only a small portion of investors’ money was placed into trading accounts—which invariably were depleted without showing any gains whatsoever. Rather, substantial funds were used to repay earlier investors, creating the appearance of investment success, and other funds were used by the defendant for his personal benefit. The scheme unraveled in early 2009 when the Securities and Exchange Commission obtained a restraining order and later an injunction to stop the alleged unlawful practices. Investors ultimately lost tens of millions of dollars.
U.S. Attorney Wifredo A. Ferrer stated, “Ponzi schemes, affinity fraud schemes, and high-yield investment fraud scams such as this pose a serious threat to people. For years, George Louis Theodule lured members of the Haitian community to invest money with promises of high-yield returns. In reality, only a small amount of the money was invested, while a substantial portion was used to repay earlier investors, creating the appearance of investment success. Even worse, George Theodule was using their hard earned money for his own personal benefit. The U.S. Attorney’s Office stands committed to bring to justice those who seek to undermine faith in our investment markets.”
“This is a stark reminder that promises of large returns with little risk should immediately send up red flags and make investors run the other way,” said Michael B. Steinbach, Special Agent in Charge of FBI Miami. “Securities markets must be regulated and transparent so investors can continue to trust and have faith in the system. Proactive investigations allow the FBI to prevent losses to victims by identifying those involved and holding them accountable for their unscrupulous actions.”
“This case provides an egregious example of someone exploiting the trust of members of their own community. It demonstrates the Florida Office of Financial Regulation’s [OFR] commitment to work cooperatively in partnership with other state and federal agencies, such as the United States Attorney’s Office, to identify and prosecute those who seek to violate that trust and act illegally for their own financial gain,” said OFR Commissioner Drew J. Breakspear. “The OFR is committed to protecting the citizens of Florida while providing smart, efficient and effective regulation of the financial services industry.”
If convicted, Theodule faces a possible statutory maximum sentence of up to 20 years in prison as to each count of wire fraud, and 10 years as to each count of securities fraud and money laundering.
Mr. Ferrer commended the investigative efforts of the FBI and the Florida Office of Financial Regulation. The case is being prosecuted by Assistant United States Attorneys Roger H. Stefin and Carolyn Bell.
An indictment is only an accusation, and the defendant is presumed innocent until proven guilty.
>>> http://www.fbi.gov/miami/press-releases/2013/former-wellington-resident-charged-in-investment-fraud-scheme
Google Übersetzung:
Wifredo A. Ferrer, United States Attorney für den südlichen Bezirk von Florida, Michael B. Steinbach, Special Agent in Charge, Federal Bureau of Investigation (FBI), Miami Field Office, und Drew J. Breakspear, Herr Kommissar, Florida Office of Haushaltsordnung , verkünden die Entsiegelung einer Anklage Aufladung George Louis Theodule, 52, ehemaliger Bewohner von Wellington, Florida, mit mehreren Grafen von Draht Betrug, Betrug mit Wertpapieren und Geldwäsche. Theodule wurde am 23. August 2013 verhaftet und hatte seinen ersten Auftritt vor US Magistrate Judge Dave Brannon später an diesem Morgen.
Laut der Anklageschrift, Theodule in einer Investition Betrug oder Ponzi-Schema, engagiert, wobei er induziert Einzelpersonen, um Geld mit seinem Unternehmen, der kreativen Hauptstadt Konsortium und einer Creative Capital Concepts, bei der Darstellung, dass er in der Lage sein, ihr Geld in 90 verdoppeln Basis investieren Tage, vor allem durch den Handel mit Aktienoptionen. Theodule, die Anklage behauptet, die haitianische Gemeinde in South Florida gezielte und anderswo bilden "Investment-Clubs", die Tausende von Anlegern zwischen Ende 2007 und Ende 2008 angezogen. In Wirklichkeit wurde nur ein kleiner Teil der Anleger Geld in den Handel gebracht, welche Konten-immer ohne irgendwelche Gewinne immer erschöpft waren. Vielmehr wurden erhebliche Mittel verwendet werden, um früher Investoren zurückzahlen, wodurch das Auftreten von Anlageerfolg und andere Mittel wurden von der Beklagten für seinen persönlichen Vorteil genutzt. Die Regelung im Frühjahr 2009 entwirrt, wenn der Securities and Exchange Commission erhalten eine einstweilige Verfügung und später eine einstweilige Verfügung, um die angeblichen illegalen Praktiken zu stoppen. Investoren letztlich verloren Dutzende von Millionen von Dollar.
US-Justizminister Wifredo A. Ferrer erklärte: "Ponzi-Systeme, Affinität Betrugsdelikte und High-Yield-Investment-Betrug wie diese stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Menschen. Seit Jahren lockte George Louis Theodule Mitglieder der haitianischen Gemeinde, um Geld mit dem Versprechen von High-Yield-Renditen zu investieren. In Wirklichkeit wurde nur eine kleine Menge des Geldes investiert, während ein erheblicher Teil wurde verwendet, um frühere Investoren zurückzahlen, wodurch das Aussehen der Anlageerfolg. Noch schlimmer ist, wurde George Theodule mit ihr hart verdientes Geld für seinen eigenen persönlichen Vorteil. Die US-Staatsanwaltschaft steht verpflichtet, vor Gericht zu denen, die den Glauben an unsere Investition Märkte untergraben wollen zu bringen. "
"Dies ist eine Erinnerung daran, dass stark von großen Renditen mit geringem Risiko verspricht sollte sofort senden up roten Fahnen und machen Investoren laufen in die andere Richtung", sagte Michael B. Steinbach, Special Agent in Charge des FBI Miami. "Wertpapiermärkte müssen geregelt und transparent, so können Investoren weiterhin zu vertrauen und haben Vertrauen in das System. Proaktive Untersuchungen erlauben das FBI, um Verluste durch die Identifizierung von Opfern und Beteiligten sie zur Rechenschaft für ihre skrupellose Handlungen zu verhindern. "
"Dieser Fall stellt eine ungeheuerliche Beispiel für jemanden nutzen das Vertrauen der Mitglieder der eigenen Community. Es zeigt die Florida Office of Financial Verordnung des [OFR] Verpflichtung zur Zusammenarbeit in Partnerschaft mit anderen staatlichen und bundesstaatlichen Behörden, wie die Vereinigten Staaten Staatsanwaltschaft, zu identifizieren und zu verfolgen diejenigen, die dieses Vertrauen verletzt und handeln illegal für ihre eigenen finanziellen suchen zu gewinnen ", sagte Drew OFR Kommissar J. Breakspear. "Die OFR ist für den Schutz der Bürger von Florida und bietet intelligente, effiziente und effektive Regulierung der Finanzbranche engagiert."
Falle einer Verurteilung droht Theodule eine mögliche gesetzliche Höchststrafe von bis zu 20 Jahren im Gefängnis für jede Anzahl von Draht Betrug und 10 Jahren als zu jeder Zählung von Wertpapieren Betrug und Geldwäsche.
Mr. Ferrer lobte die investigative Anstrengungen des FBI und der Florida Office of Haushaltsordnung. Der Fall wird von Assistant United States Attorneys Roger H. Stefin und Carolyn Glocke verfolgt.
Eine Anklage ist nur ein Vorwurf, und der Angeklagte gilt als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen.
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Freitag, 5. Juli 2013
Anlagebetrug - Staatsanwaltschaft klagt Börsenguru Frick an
Markus Frick hat wieder Ärger mit der Justiz: Gegen den Börsenbuchautor
und ehemaligen N24-Moderator besteht der Verdacht auf versuchten und
vollendeten bandenmäßigen Betrug sowie Marktmanipulation.
Frankfurt Nach Informationen der WirtschaftsWoche soll Frick für die Versendung des Börsenbriefs „Deutscher Aktiendienst“ mitverantwortlich gewesen sein. Ihm und zwei mutmaßlichen Komplizen wird vorgeworfen, Anlegern Aktien von Letsbuyit, Autev und Venatus Interactive über den Börsenbrief als unterbewertet empfohlen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte der WirtschaftsWoche, dass sie im Zusammenhang mit diesem Börsenbrief drei Männer angeklagt habe. Fricks Anwalt für Medienrecht lehnte eine Stellungnahme ab: "Unser Mandant wird Ihre Fragen nicht beantworten", schrieb er der Redaktion. Fricks Strafrechtler war vorerst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Empfänger des Börsenbriefes sollten ein Musterdepot nachbilden. Die Macher der Publikation sollen vorgegeben haben, dass sie die Aktien in den nächsten Tagen selber für das Musterdepot kaufen würden, der Preis der Aktien würde dann steigen. Der Börsenbrief soll beispielsweise mit 120 Prozent Kurssteigerung für die Aktie Autev geworben haben. Bei solchen Aktionen werben Aktien-Tippgeber meist für Papiere, um eigene, günstig erworbene Aktien teuer zu verkaufen. Die in den Börsenbriefen angedeutete Kaufabsicht soll nur vorgetäuscht worden sein. In Wahrheit sollen Aktien überteuert an Anleger verkauft worden sein.
Frick soll in dem Trio die Kontakte zu den Auftraggebern geführt haben, die die von dem Trio gepushten Aktien besessen haben sollen. Für seine Dienste soll Frick zwei Millionen Euro von seinen Auftraggebern bekommen haben. Die anderen beiden Beschuldigten sollen zum Beispiel die technische Umsetzung organisiert haben. So sollen mindestens 3000 Exemplare der Börsenbriefe verschickt worden sein. Nicht alle Empfänger kauften auch, daher gilt für resistente Anleger nur der Verdacht des versuchten Betruges. Die Staatsanwaltschaft führt für den Zeitraum 4. bis 28. Mai 2012 aber auch mindestens 30 Geschädigte, an denen der Betrug vollendet worden sein soll. In diesem Zeitraum soll den Anlegern ein Schaden von 625 000 Euro entstanden sein.
Der Berliner ist vorbestraft: Das Landgericht Berlin hatte ihn im April 2011 wegen verbotener Marktmanipulation in 36 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Das Gericht hatte damals mehr als 42,6 Millionen Euro zugunsten der Staatskasse für verfallen erklärt.
Die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte auf Anfrage der WirtschaftsWoche, dass das Geld „zur Reduzierung der Neuverschuldung eingesetzt“ worden sei. Dem Berliner Landgericht zufolge hatte Frick zwischen September 2005 und Juni 2007 in Börsenbriefen Aktien empfohlen, ohne seine eigenen wirtschaftlichen Interessen an der Kursentwicklung der Wertpapiere offenzulegen. Über eine Treuhandgesellschaft hielt er die Papiere selbst und verkaufte sie gewinnbringend an Anleger.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/anlagebetrug-staatsanwaltschaft-klagt-boersenguru-frick-an/8447746.html
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Die Staatsanwaltschaft erhebt erneut Anklage wegen Marktmanipulation gegen Markus Frick. |
Frankfurt Nach Informationen der WirtschaftsWoche soll Frick für die Versendung des Börsenbriefs „Deutscher Aktiendienst“ mitverantwortlich gewesen sein. Ihm und zwei mutmaßlichen Komplizen wird vorgeworfen, Anlegern Aktien von Letsbuyit, Autev und Venatus Interactive über den Börsenbrief als unterbewertet empfohlen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte der WirtschaftsWoche, dass sie im Zusammenhang mit diesem Börsenbrief drei Männer angeklagt habe. Fricks Anwalt für Medienrecht lehnte eine Stellungnahme ab: "Unser Mandant wird Ihre Fragen nicht beantworten", schrieb er der Redaktion. Fricks Strafrechtler war vorerst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Empfänger des Börsenbriefes sollten ein Musterdepot nachbilden. Die Macher der Publikation sollen vorgegeben haben, dass sie die Aktien in den nächsten Tagen selber für das Musterdepot kaufen würden, der Preis der Aktien würde dann steigen. Der Börsenbrief soll beispielsweise mit 120 Prozent Kurssteigerung für die Aktie Autev geworben haben. Bei solchen Aktionen werben Aktien-Tippgeber meist für Papiere, um eigene, günstig erworbene Aktien teuer zu verkaufen. Die in den Börsenbriefen angedeutete Kaufabsicht soll nur vorgetäuscht worden sein. In Wahrheit sollen Aktien überteuert an Anleger verkauft worden sein.
Frick soll in dem Trio die Kontakte zu den Auftraggebern geführt haben, die die von dem Trio gepushten Aktien besessen haben sollen. Für seine Dienste soll Frick zwei Millionen Euro von seinen Auftraggebern bekommen haben. Die anderen beiden Beschuldigten sollen zum Beispiel die technische Umsetzung organisiert haben. So sollen mindestens 3000 Exemplare der Börsenbriefe verschickt worden sein. Nicht alle Empfänger kauften auch, daher gilt für resistente Anleger nur der Verdacht des versuchten Betruges. Die Staatsanwaltschaft führt für den Zeitraum 4. bis 28. Mai 2012 aber auch mindestens 30 Geschädigte, an denen der Betrug vollendet worden sein soll. In diesem Zeitraum soll den Anlegern ein Schaden von 625 000 Euro entstanden sein.
Frick war bereits vorbestraft
Die Beschuldigten wurden nie offiziell als Verantwortliche des Börsenbriefes geführt. Im Impressum stand der Name eines anderen Chefredakteurs. Diese Person aber soll nur erfunden worden sein. Frick sitzt wegen der Vorwürfe seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft.Der Berliner ist vorbestraft: Das Landgericht Berlin hatte ihn im April 2011 wegen verbotener Marktmanipulation in 36 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Das Gericht hatte damals mehr als 42,6 Millionen Euro zugunsten der Staatskasse für verfallen erklärt.
Die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte auf Anfrage der WirtschaftsWoche, dass das Geld „zur Reduzierung der Neuverschuldung eingesetzt“ worden sei. Dem Berliner Landgericht zufolge hatte Frick zwischen September 2005 und Juni 2007 in Börsenbriefen Aktien empfohlen, ohne seine eigenen wirtschaftlichen Interessen an der Kursentwicklung der Wertpapiere offenzulegen. Über eine Treuhandgesellschaft hielt er die Papiere selbst und verkaufte sie gewinnbringend an Anleger.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/anlagebetrug-staatsanwaltschaft-klagt-boersenguru-frick-an/8447746.html
Samstag, 30. März 2013
Gewerbsmäßiger Betrug: Staatsanwaltschaft klagt Ex-Teldafax-Vorstände an
Die Staatsanwaltschaft Bonn hat wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Insolvenzverschleppung Anklage gegen die drei Ex-Vorstandschefs des insolventen Billigstromanbieters Teldafax erhoben - ihnen drohen hohe Haftstrafen. Das Insolvenzverfahren gilt als das größte der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Das Insolvenzverfahren gegen den zusammengebrochenen Billigstromanbieter Teldafax gilt - gemessen an der Zahl der bis zu 700.000 Gläubiger - als das größte der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Den früheren Verantwortlichen drohen jetzt hohe Haftstrafen. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Anklage gegen die Ex-Vorstandschefs Michael Josten, Klaus Bath und Gernot Koch erhoben, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatt".
Den beiden Ex-Vorstandschefs Klaus Bath und Gernot Koch sowie Firmengründer Michael Josten werde Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßiger Betrug in 241 Fällen vorgeworfen, hieß es. Die Teldafax Holding war nach den Erkenntnissen der Ermittler spätestens Mitte 2009 zahlungsunfähig und überschuldet. Der Energiediscounter hatte aber erst im Juni 2011 Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Im September desselben Jahres wurde vom Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren eröffnet.
Josten war Vorstandsvorsitzender von 2004 bis 2007, Bath Vorstandsvorsitzender von 2007 bis 2011 und Koch Vorstandsvorsitzender in den letzten drei Wochen vor dem Insolvenzantrag im Juni 2011. Zu Details wollte sich die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern, es seien weitere Verfahren möglich, schreibt das "Handelsblatt". Kenner des Verfahrens rechnen dem Bericht zufolge mit Haftstrafen von fünf bis zehn Jahren.
Der Insolvenzverwalter Biner Bähr fand bei seiner Ankunft Berge ungeöffneter Post. Das Callcenter war zusammengebrochen, die massenhaften Beschwerden und Mahnungen türmten sich in den Fluren, schreibt die Zeitung. Täglich seien laut Bähr 20 bis 40 Postkisten hinzugekommen.
Für die Verantwortlichen des Chaos wird es nun eng. Die Staatsanwaltschaft kann ihre Anklage auf Beweise stützen. In internen Unterlagen stellten die Beschuldigten bereits zwei Jahre vor dem Crash die Überschuldung des Unternehmens fest. Das Handelsblatt zitiert aus einem Brief des Teldafax-Vorstands vom 9. Juli 2009 an den Aufsichtsrat: "In der Kalenderwoche 25 wurde der Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit festgestellt." Statt aber Insolvenz zu beantragen, hielt der Vorstand die Firma noch zwei Jahre in Gang.
Orig. Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/staatsanwaltschaft-klagt-ex-teldafax-vorstaende-wegen-betrugs-an-a-883577.html
Einer unserer älterer Artikel von vergangenem Jahr >>> Rechtsstreit um Teldafax-Insolvenz: "Wir haben genug Beweise"
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Teldafax-Zentrale in Troisdorf: Anklage wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung |
Das Insolvenzverfahren gegen den zusammengebrochenen Billigstromanbieter Teldafax gilt - gemessen an der Zahl der bis zu 700.000 Gläubiger - als das größte der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Den früheren Verantwortlichen drohen jetzt hohe Haftstrafen. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Anklage gegen die Ex-Vorstandschefs Michael Josten, Klaus Bath und Gernot Koch erhoben, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatt".
Den beiden Ex-Vorstandschefs Klaus Bath und Gernot Koch sowie Firmengründer Michael Josten werde Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßiger Betrug in 241 Fällen vorgeworfen, hieß es. Die Teldafax Holding war nach den Erkenntnissen der Ermittler spätestens Mitte 2009 zahlungsunfähig und überschuldet. Der Energiediscounter hatte aber erst im Juni 2011 Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Im September desselben Jahres wurde vom Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren eröffnet.
Josten war Vorstandsvorsitzender von 2004 bis 2007, Bath Vorstandsvorsitzender von 2007 bis 2011 und Koch Vorstandsvorsitzender in den letzten drei Wochen vor dem Insolvenzantrag im Juni 2011. Zu Details wollte sich die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern, es seien weitere Verfahren möglich, schreibt das "Handelsblatt". Kenner des Verfahrens rechnen dem Bericht zufolge mit Haftstrafen von fünf bis zehn Jahren.
Der Insolvenzverwalter Biner Bähr fand bei seiner Ankunft Berge ungeöffneter Post. Das Callcenter war zusammengebrochen, die massenhaften Beschwerden und Mahnungen türmten sich in den Fluren, schreibt die Zeitung. Täglich seien laut Bähr 20 bis 40 Postkisten hinzugekommen.
Für die Verantwortlichen des Chaos wird es nun eng. Die Staatsanwaltschaft kann ihre Anklage auf Beweise stützen. In internen Unterlagen stellten die Beschuldigten bereits zwei Jahre vor dem Crash die Überschuldung des Unternehmens fest. Das Handelsblatt zitiert aus einem Brief des Teldafax-Vorstands vom 9. Juli 2009 an den Aufsichtsrat: "In der Kalenderwoche 25 wurde der Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit festgestellt." Statt aber Insolvenz zu beantragen, hielt der Vorstand die Firma noch zwei Jahre in Gang.
Orig. Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/staatsanwaltschaft-klagt-ex-teldafax-vorstaende-wegen-betrugs-an-a-883577.html
Einer unserer älterer Artikel von vergangenem Jahr >>> Rechtsstreit um Teldafax-Insolvenz: "Wir haben genug Beweise"
Montag, 7. Januar 2013
Betrüger Ulrich Engler kann mit Milde rechnen
Ulrich Engler, einer der gerissensten deutschen Betrüger, der
ab 15. Januar in Mannheim vor Gericht steht, wird voraussichtlich
glimpflich davon kommen. Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet, kam
lediglich ein Teil der Taten zur Anklage. Zudem sind für die zehn
Verhandlungstage nur einige der vielen hundert Zeugen geladen. Englers
Anwalt Steffen Lindberg kündigte ein umfängliches Geständnis an und
meinte: „Auch deshalb ist davon auszugehen, dass die Richter ihm beim
Strafmaß entgegen kommen und nicht die Höchststrafe von 15 Jahren
verhängen werden.“
Der frühere Staubsaugervertreter Engler soll 1300 Anleger in drei Jahren um 37 Millionen Dollar betrogen haben. Er hatte mit außerbörslichem Wertpapierhandel Renditen bis zu 72 Prozent versprochen. Die wenigsten seiner Kunden, darunter auch Prominente wie Ex-Boxer Axel Schulz, erhielten die Ausschüttungen.
Orig. Quelle http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-02-2013-betrueger-ulrich-engler-kann-mit-milde-rechnen_aid_892431.html
Siehe auch:
- Opfer erstatteten nicht mal Anzeige - Ponzi des Ulrich Engler
- Der International mit Haftbefehl gesuchte Ulrich Engler macht wieder Schlagzeilen: Thyrnau: Axel Schulz fiel auf Rendite-Schwindel herein
- Vier Vermittler von Schneeballbetrüger Ulrich Engler angeklagt
- Fünf Jahre auf der Flucht Deutscher Millionenbetrüger in USA gefasst
- Deutschlands schlimmster Betrüger Ulrich "Richie" Engler angeklagt
Der frühere Staubsaugervertreter Engler soll 1300 Anleger in drei Jahren um 37 Millionen Dollar betrogen haben. Er hatte mit außerbörslichem Wertpapierhandel Renditen bis zu 72 Prozent versprochen. Die wenigsten seiner Kunden, darunter auch Prominente wie Ex-Boxer Axel Schulz, erhielten die Ausschüttungen.
Orig. Quelle http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-02-2013-betrueger-ulrich-engler-kann-mit-milde-rechnen_aid_892431.html
Siehe auch:
- Opfer erstatteten nicht mal Anzeige - Ponzi des Ulrich Engler
- Der International mit Haftbefehl gesuchte Ulrich Engler macht wieder Schlagzeilen: Thyrnau: Axel Schulz fiel auf Rendite-Schwindel herein
- Vier Vermittler von Schneeballbetrüger Ulrich Engler angeklagt
- Fünf Jahre auf der Flucht Deutscher Millionenbetrüger in USA gefasst
- Deutschlands schlimmster Betrüger Ulrich "Richie" Engler angeklagt
...
Montag, 12. November 2012
Deutschlands schlimmster Betrüger Ulrich "Richie" Engler angeklagt
Jetzt erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Ulrich Engler (51, Spitzname „Richie“).
Der renommierte Strafrechtler und Verteidiger Steffen Lindberg (35): „Es ist eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren der Nachkriegszeit. Es wurden knapp 1300 Zeugen bundesweit benannt, die Ermittlungsakten füllen mehr als 50 Leitzordner.“
Rückblick: Der Sohn eines Straßenbauers, der nie bei einer Bank gearbeitet hat, gab sich jahrelang als Investmentexperte aus, der mit Computerprogrammen die Entwicklung von Aktien als Erster erkennen könne. Auftakt des Mammut-Prozesses vorm Mannheimer Landgericht: vermutlich schon im Januar 2013.
Orig. Quelle: http://securitybymike.com/4.html
Der renommierte Strafrechtler und Verteidiger Steffen Lindberg (35): „Es ist eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren der Nachkriegszeit. Es wurden knapp 1300 Zeugen bundesweit benannt, die Ermittlungsakten füllen mehr als 50 Leitzordner.“
Rückblick: Der Sohn eines Straßenbauers, der nie bei einer Bank gearbeitet hat, gab sich jahrelang als Investmentexperte aus, der mit Computerprogrammen die Entwicklung von Aktien als Erster erkennen könne. Auftakt des Mammut-Prozesses vorm Mannheimer Landgericht: vermutlich schon im Januar 2013.
Orig. Quelle: http://securitybymike.com/4.html
Samstag, 6. Oktober 2012
GFE Nürnberg - Zündende Idee oder bandenmäßiger Betrug?
Westerheimer Germanite in Betrugsprozess angeklagt: Firma versprach besondere Blockheizkraftwerke
Westerheim Guido K., ein so genannter „Germanite“ aus Westerheim, ist einer von 13 Angeklagten in einem großen Betrugsprozess, der derzeit in Nürnberg verhandelt. Das Gericht hat unter anderem zu klären, ob die Firma GfE, deren Vertriebsleiter Guido K. war, Kunden Blockheizkraftwerke versprach, die es gar nicht gab.
Die GfE, die Nürnberger „Gesellschaft zur Förderung Erneuerbarer Energien“mit Sitzen in Tschechien, Spanien, Montenegro, der Schweiz und weiteren Ländern behauptete: Ihre mit Pflanzenöl betriebenen Blockheizkraftwerke (BHKW) würden 30-prozentige Jahresrenditen abwerfen. Für die Nürnberger Staatsanwaltschaft glatt bandenmäßiger Betrug. Denn die Ankläger sagen: Von 1547 per Vertrag gekauften BHKW mit Pflanzenölantrieb, „Energy-Saving-System ESS“ und versprochenem Umwandlungsgrad von 75 Prozent Öl in Strom habe es noch nicht einmal einen einzigen funktionierenden Prototypen gegeben. Deshalb sitzen zurzeit 13 führende Ex-GfE-ler vor der 12.Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth.
Doch die GfE, war wohl nicht die einzige Firma, die sich das Image von Ökoenergie zu Nutze machte, um schwer durchschaubare Produkte an Mann und Frau zu bringen. Auch in Schwaben sind ähnlich arbeitende Unternehmen aktiv. Die Stuttgarter „Erste MAI GmbH“ (EMG) zum Beispiel. Die hat nichts mit dem Tag der Arbeit zu tun: Das Kürzel MAI bedeutet „Erste Mission für Autarkie und Innovation“. EMG wurde bereits 2010 vom Fernsehsender ZDF in einem Atemzug mit GfE genannt.
Auch die Stuttgarter Firma hatte ein BHKW im Angebot. Viele Käufer haben etwa 40 000 Euro per Vorkasse bezahlt. Doch von funktionierenden Blockheizkraftwerken war nicht viel zu sehen. Weshalb am 28. Juli 2011 mehrere führende EMGler – Geschäftsführer, Ideengeber, Leitende Mitarbeiter – kurzzeitig im Untersuchungsgefängnis landeten. Der Vorwurf wie bei GfE: bandenmäßiger Betrug. Neben der „Ersten“ gibt es bis heute übrigens eine „Zweite MAI GmbH“, die aber seit Ende 2010 Eurokraftwerk GmbH heißt. Die handelnden Personen sind jeweils die gleichen. Und „derzeit umstrukturiert“ wird die „DBE Deutsche Bio Energie Genossenschaft e.G.“, mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen. Das erläutert ein DBE-Vertriebler unserer Redaktion. Bis November 2010 verkaufte der Mann GfE-BHKW. Danach erlag er wohl den Verlockungen eines DBE-Jobangebots.
DBE suchte im März 2011 „für ihren Vertrieb ab sofort Mitarbeiter. Eine neue und diesmal zukunftssichere Verdienstmöglichkeit“ sei zu erwarten mit „bis zu 7,5 Prozent Provision plus zehn Jahre lang 50 Prozent Folgeprovision von der Abschlussprovision. Der Kunde erhält eine Rendite von 12 Prozent im Jahr, plus eventuell Überschüsse“, steht in einer Mail, die uns vorliegt. Absender ist übrigens ausgerechnet einer jener GFE-Vertriebschefs, die zurzeit in Nürnberg auf der Anklagebank sitzen.
Heute erklärt der Mann aus Alesheim in Franken am Telefon: „Ich bin schon ein dreiviertel Jahr nicht mehr für DBE tätig.“ Für uns gar nicht zu erreichen ist die Führungsriege der DBE. Nach dessen im Handelsregister eingetragenen Geschäftsführer sucht seit Juni auch die Bußgeldstelle des Landkreises Wesel in Nordrhein-Westfalen.
Wie berichtet, wurde vor etwa einer Woche der „Außenminister“ des mitten in Deutschland lebenden „indigenen Volkes der Germaniten“ in Westerheim verhaftet. Auch wenn er – wie alle Germaniten – Justiz und sonstige Organe der Bundesrepublik kategorisch ablehnt: „Er hat uns die Hand darauf gegeben“, sich vor Gericht nicht auf seine „diplomatische Immunität“ zu stützen, erklären seine zwei Pflichtverteidiger.
Karl M., ebenfalls in Nürnberg angeklagt, will dagegen kein Germanit mehr sein. Er fühle sich „von denen getäuscht“, lässt er seine beigeordnete Anwältin mitteilen. Dabei hatte sich M. Anfang August bei der Einreise am Münchner Flughafen durch Vorzeigen eines „Germaniten“-Diplomatenpasses der Verhaftung durch die Bundespolizei entziehen wollen. Und noch bis Anfang September prangte in Schwanstetten an einem von ihm und seiner Lebensgefährtin bis dahin gemeinsam betriebenen Gasthof ein Schild, das diesen als „Diplomatische Mission des Staates Germanitien“ ausweist. In Westerheim befindet sich ebenfalls eine „Botschaft“ der Germaniten.
Doch eigentlich ist Karl M. kein Gastwirt, sondern Autoschlossermeister. Und maßgeblicher Entwickler der GfE-Wundermaschine, eines mit viel Wasser und wenig Pflanzenöl gespeisten BHKW. Dieses sollte aus 0,114 Litern Biospriteinsatz eine Kilowattstunde (kWh ) Strom erzeugen, war den Kunden versprochen worden. „In einem Langfrist-Projekt gab es das Ziel von weniger als 0,05Liter pro kWh“, gab Horst K. vor dem Landgericht preis, einer der beiden GfE-Chefs. Das wäre ein elektrischer Wirkungsgrad von weit über 100 Prozent nach heutigem Stand der Energietechnik.
Bleibt abzuwarten, was in den nächsten 25 geplanten Verhandlungstagen herauskommt. Das Gericht muss einiges klären: Wollten die Angeklagten und weitere 39 Beschuldigte wirklich Blockheizkraftwerke produzieren, die nach heutigem Stand der Technik unmöglich hohe Wirkungsgrade und Renditen aufwiesen? Oder verkauften sie bewusst etwas, was es gar nicht gab? Das behauptet die Staatsanwaltschaft nach fast zwei Jahren Ermittlungen auf ihrer 55-seitigen Anklageschrift.
Orig. Quelle: http://www.schwaebische.de/region/biberach-ulm/laichingen/rund-um-laichingen_artikel,-Zuendende-Idee-oder-bandenmaessiger-Betrug-_arid,5327575.html
Westerheim Guido K., ein so genannter „Germanite“ aus Westerheim, ist einer von 13 Angeklagten in einem großen Betrugsprozess, der derzeit in Nürnberg verhandelt. Das Gericht hat unter anderem zu klären, ob die Firma GfE, deren Vertriebsleiter Guido K. war, Kunden Blockheizkraftwerke versprach, die es gar nicht gab.
Die GfE, die Nürnberger „Gesellschaft zur Förderung Erneuerbarer Energien“mit Sitzen in Tschechien, Spanien, Montenegro, der Schweiz und weiteren Ländern behauptete: Ihre mit Pflanzenöl betriebenen Blockheizkraftwerke (BHKW) würden 30-prozentige Jahresrenditen abwerfen. Für die Nürnberger Staatsanwaltschaft glatt bandenmäßiger Betrug. Denn die Ankläger sagen: Von 1547 per Vertrag gekauften BHKW mit Pflanzenölantrieb, „Energy-Saving-System ESS“ und versprochenem Umwandlungsgrad von 75 Prozent Öl in Strom habe es noch nicht einmal einen einzigen funktionierenden Prototypen gegeben. Deshalb sitzen zurzeit 13 führende Ex-GfE-ler vor der 12.Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth.
Doch die GfE, war wohl nicht die einzige Firma, die sich das Image von Ökoenergie zu Nutze machte, um schwer durchschaubare Produkte an Mann und Frau zu bringen. Auch in Schwaben sind ähnlich arbeitende Unternehmen aktiv. Die Stuttgarter „Erste MAI GmbH“ (EMG) zum Beispiel. Die hat nichts mit dem Tag der Arbeit zu tun: Das Kürzel MAI bedeutet „Erste Mission für Autarkie und Innovation“. EMG wurde bereits 2010 vom Fernsehsender ZDF in einem Atemzug mit GfE genannt.
Auch die Stuttgarter Firma hatte ein BHKW im Angebot. Viele Käufer haben etwa 40 000 Euro per Vorkasse bezahlt. Doch von funktionierenden Blockheizkraftwerken war nicht viel zu sehen. Weshalb am 28. Juli 2011 mehrere führende EMGler – Geschäftsführer, Ideengeber, Leitende Mitarbeiter – kurzzeitig im Untersuchungsgefängnis landeten. Der Vorwurf wie bei GfE: bandenmäßiger Betrug. Neben der „Ersten“ gibt es bis heute übrigens eine „Zweite MAI GmbH“, die aber seit Ende 2010 Eurokraftwerk GmbH heißt. Die handelnden Personen sind jeweils die gleichen. Und „derzeit umstrukturiert“ wird die „DBE Deutsche Bio Energie Genossenschaft e.G.“, mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen. Das erläutert ein DBE-Vertriebler unserer Redaktion. Bis November 2010 verkaufte der Mann GfE-BHKW. Danach erlag er wohl den Verlockungen eines DBE-Jobangebots.
DBE suchte im März 2011 „für ihren Vertrieb ab sofort Mitarbeiter. Eine neue und diesmal zukunftssichere Verdienstmöglichkeit“ sei zu erwarten mit „bis zu 7,5 Prozent Provision plus zehn Jahre lang 50 Prozent Folgeprovision von der Abschlussprovision. Der Kunde erhält eine Rendite von 12 Prozent im Jahr, plus eventuell Überschüsse“, steht in einer Mail, die uns vorliegt. Absender ist übrigens ausgerechnet einer jener GFE-Vertriebschefs, die zurzeit in Nürnberg auf der Anklagebank sitzen.
Heute erklärt der Mann aus Alesheim in Franken am Telefon: „Ich bin schon ein dreiviertel Jahr nicht mehr für DBE tätig.“ Für uns gar nicht zu erreichen ist die Führungsriege der DBE. Nach dessen im Handelsregister eingetragenen Geschäftsführer sucht seit Juni auch die Bußgeldstelle des Landkreises Wesel in Nordrhein-Westfalen.
Wie berichtet, wurde vor etwa einer Woche der „Außenminister“ des mitten in Deutschland lebenden „indigenen Volkes der Germaniten“ in Westerheim verhaftet. Auch wenn er – wie alle Germaniten – Justiz und sonstige Organe der Bundesrepublik kategorisch ablehnt: „Er hat uns die Hand darauf gegeben“, sich vor Gericht nicht auf seine „diplomatische Immunität“ zu stützen, erklären seine zwei Pflichtverteidiger.
Karl M., ebenfalls in Nürnberg angeklagt, will dagegen kein Germanit mehr sein. Er fühle sich „von denen getäuscht“, lässt er seine beigeordnete Anwältin mitteilen. Dabei hatte sich M. Anfang August bei der Einreise am Münchner Flughafen durch Vorzeigen eines „Germaniten“-Diplomatenpasses der Verhaftung durch die Bundespolizei entziehen wollen. Und noch bis Anfang September prangte in Schwanstetten an einem von ihm und seiner Lebensgefährtin bis dahin gemeinsam betriebenen Gasthof ein Schild, das diesen als „Diplomatische Mission des Staates Germanitien“ ausweist. In Westerheim befindet sich ebenfalls eine „Botschaft“ der Germaniten.
Doch eigentlich ist Karl M. kein Gastwirt, sondern Autoschlossermeister. Und maßgeblicher Entwickler der GfE-Wundermaschine, eines mit viel Wasser und wenig Pflanzenöl gespeisten BHKW. Dieses sollte aus 0,114 Litern Biospriteinsatz eine Kilowattstunde (kWh ) Strom erzeugen, war den Kunden versprochen worden. „In einem Langfrist-Projekt gab es das Ziel von weniger als 0,05Liter pro kWh“, gab Horst K. vor dem Landgericht preis, einer der beiden GfE-Chefs. Das wäre ein elektrischer Wirkungsgrad von weit über 100 Prozent nach heutigem Stand der Energietechnik.
Bleibt abzuwarten, was in den nächsten 25 geplanten Verhandlungstagen herauskommt. Das Gericht muss einiges klären: Wollten die Angeklagten und weitere 39 Beschuldigte wirklich Blockheizkraftwerke produzieren, die nach heutigem Stand der Technik unmöglich hohe Wirkungsgrade und Renditen aufwiesen? Oder verkauften sie bewusst etwas, was es gar nicht gab? Das behauptet die Staatsanwaltschaft nach fast zwei Jahren Ermittlungen auf ihrer 55-seitigen Anklageschrift.
Orig. Quelle: http://www.schwaebische.de/region/biberach-ulm/laichingen/rund-um-laichingen_artikel,-Zuendende-Idee-oder-bandenmaessiger-Betrug-_arid,5327575.html
Mittwoch, 28. März 2012
Vier Vermittler von Schneeballbetrüger Ulrich Engler angeklagt
Was
waren das für schöne Zeiten, als Anlegerin Hannelore S. aus Gengenbach
in Baden-Württemberg noch Abrechnungen (siehe Ausriss) über ihre
Aktienanlagen aus dem sonnigen Florida zugeschickt bekam.
Der angeblich ehemalige Leiter des Derivatehandels der Chase Manhattan Bank, Ulrich Engler (50), der sich mit seiner Firma Private Commercial Office (PCO) in Cape Coral selbständig gemacht hat, bescheinigte der Anlegerin persönlich, dass ihr Vermögen im April 2007 von 23.000 Euro um 1.150 Euro auf 24.150 Euro angewachsen sei. Das Geld werde er wieder gewinnbringend (5 Prozent monatlich sind garantiert) in vorbörsliche Aktien anlegen.
Hannelore S. sollte wie 6.000 Geschädigte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr Geld niemals wiedersehen. Der aus Andelfingen in Baden-Württemberg stammende Ulrich Engler, der auch als Großsponsor der Galopprennen von Iffezheim bei Baden-Baden auftrat, machte den Sack bei 121 Millionen Euro zu und tauchte im Sommer 2007 ab. Trotz einer Belohnung von 10.000 Euro der Staatsanwaltschaft Mannheim wurde Engler bis heute nicht gefasst.
Anklage wegen hundertfachen Anlagebetruges gegen vier Vermittler
Dafür aber seine 200 Vermittler. Gegen vier der umsatzstärksten PCO-Kapitalanlagevermittler hat die Staatsanwaltschaft Mannheim heute Anklage wegen hundertfachen gewerbsmäßigen Anlagebetruges bei der Wirtschaftskammer am Landgericht Mannheim erhoben. Außerdem wird dem Quartett die unerlaubte Erbringung von Finanzdienstleistungen vorgeworfen. Keiner von ihnen hatte eine Erlaubnis zur Vermittlung von Kapitalanlagen in Deutschland, die die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin hätte ausstellen müssen.
Der Erste Staatsanwalt Peter Lintz aus Mannheim sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Ein Vermittler stammt aus Bruchsal bei Mannheim, einer aus Nürnberg, einer aus Schwaben in Bayern und einer aus Landshut. Gegen weitere Vermittler laufen die Ermittlungen noch. Der Initiator - ein bereits in Deutschland wegen Betrugs vorbestrafter 50jähriger Geschäftsmann - wird mit internationalem Haftbefehl gesucht."
Die vier Angeklagten sollen 24 Millionen Euro eingesammelt haben
Die vier Angeklagten sollen laut Anklage zwischen Ende 2004 und Mitte 2007 unter dem Slogan "Day Trading - Aktienhandel mit System" über eine Vielzahl von Untervermittlern die Kapitalanlage von Ulrich Englervertrieben und mehrere hundert Kapitalanleger um mehr als 24 Millionen Euro betrügerisch geschädigt haben.
http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=929&meldung=Vier-Vermittler-von-Schneeballbetrueger-Ulrich-Engler-angeklagt#thumb
Der angeblich ehemalige Leiter des Derivatehandels der Chase Manhattan Bank, Ulrich Engler (50), der sich mit seiner Firma Private Commercial Office (PCO) in Cape Coral selbständig gemacht hat, bescheinigte der Anlegerin persönlich, dass ihr Vermögen im April 2007 von 23.000 Euro um 1.150 Euro auf 24.150 Euro angewachsen sei. Das Geld werde er wieder gewinnbringend (5 Prozent monatlich sind garantiert) in vorbörsliche Aktien anlegen.
Hannelore S. sollte wie 6.000 Geschädigte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr Geld niemals wiedersehen. Der aus Andelfingen in Baden-Württemberg stammende Ulrich Engler, der auch als Großsponsor der Galopprennen von Iffezheim bei Baden-Baden auftrat, machte den Sack bei 121 Millionen Euro zu und tauchte im Sommer 2007 ab. Trotz einer Belohnung von 10.000 Euro der Staatsanwaltschaft Mannheim wurde Engler bis heute nicht gefasst.
Anklage wegen hundertfachen Anlagebetruges gegen vier Vermittler
Dafür aber seine 200 Vermittler. Gegen vier der umsatzstärksten PCO-Kapitalanlagevermittler hat die Staatsanwaltschaft Mannheim heute Anklage wegen hundertfachen gewerbsmäßigen Anlagebetruges bei der Wirtschaftskammer am Landgericht Mannheim erhoben. Außerdem wird dem Quartett die unerlaubte Erbringung von Finanzdienstleistungen vorgeworfen. Keiner von ihnen hatte eine Erlaubnis zur Vermittlung von Kapitalanlagen in Deutschland, die die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin hätte ausstellen müssen.
Der Erste Staatsanwalt Peter Lintz aus Mannheim sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Ein Vermittler stammt aus Bruchsal bei Mannheim, einer aus Nürnberg, einer aus Schwaben in Bayern und einer aus Landshut. Gegen weitere Vermittler laufen die Ermittlungen noch. Der Initiator - ein bereits in Deutschland wegen Betrugs vorbestrafter 50jähriger Geschäftsmann - wird mit internationalem Haftbefehl gesucht."
Die vier Angeklagten sollen 24 Millionen Euro eingesammelt haben
Die vier Angeklagten sollen laut Anklage zwischen Ende 2004 und Mitte 2007 unter dem Slogan "Day Trading - Aktienhandel mit System" über eine Vielzahl von Untervermittlern die Kapitalanlage von Ulrich Englervertrieben und mehrere hundert Kapitalanleger um mehr als 24 Millionen Euro betrügerisch geschädigt haben.
http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=929&meldung=Vier-Vermittler-von-Schneeballbetrueger-Ulrich-Engler-angeklagt#thumb
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