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Mittwoch, 13. März 2013

Mitgeschnitten: So brutal erpressen Telefonbetrüger ältere Menschen

Es ist ein erschreckendes Tondokument: Auf der einen Seite: eine Seniorin, überrascht und verunsichert von einem Anruf. Auf der anderen Seite der Leitung: eine eiskalte Callcenter-Agentin. Sie lügt, sie droht, erpresst die alte Frau. Ihr Ziel: Ihr Opfer soll um 149 Euro gebracht werden. Telefonbetrug in Deutschland  – so deutlich wurde er selten gezeigt.

“Soll ich ihnen die Unterlagen nun zusenden – oder ihre Zahlungsaufforderung über 4000 Euro?” Ein Mitschnitt zeigt, wie brutal Telefonbetrüger Senioren erpressen.


“Maria Althoff, ich rufe von der Datenschutzzentrale an”. So meldet sich die Anruferin bei der alten Frau am Telefon (anhören). Und dann erzählt sie eindringlich ihre Lügengeschichte. Die persönlichen Daten der Seniorin seien ins Ausland verkauft worden und würden dort nun für Gewinnspiele missbraucht, behauptet die Anruferin. Entsprechende “staatliche, schriftliche Unterlagen” habe man der Seniorin doch zugeschickt, behauptet sie. Und fragt scheinbar mitfühlend: “Sie haben die Unterlagen nicht angenommen. Waren Sie im Krankenhaus?”

Anruf von der “Datenschutzzentrale”: Betrug per Nachnahme

Schnell kommt die Call-Center-Agentin dann zur Sache. Sie will die Seniorin dazu bringen, eine -wertlose – Nachnahmesendung für 149 Euro in Empfang zu nehmen. “Wir werden ihre Daten im In- und Ausland sperren”, verspricht die Anruferin, die angeblich “im staatlichen Auftrag” bei der “Datenschutzzentrale” arbeitet. Dafür solle die Seniorin Dokumente entgegennehmen, die ihr per Nachnahme zugesendet würden. Dafür zu zahlen: eben 149 Euro.

Als die Seniorin zweifelt, erhöht die Anruferin plötzlich den Druck. Würden die 149 Euro nicht gezahlt, drohe eine Zahlungsaufforderung über mehrere tausend Euro, “das möchten wir nicht”, sagt die Anruferin – und behauptet immer wieder, sie arbeite im Auftrag von staatlichen Stellen. “Ist das kein Betrug, was sie mir da anbieten?, fragt die Seniorin noch – und wird von der Anruferin nun massiv unter Druck gesetzt. “Also soll ich die Unterlagen nun zusenden oder ihre Zahlungsaufforderung über 4000 Euro?”

“Diese Abzockerei ist Spezialität mehrerer Banden”

Telefonbetrug dieser Art ist Alltag in Deutschland. Vor allem Senioren werden von eiskalten Geschäftemachern und ihren Callcentern so regelmäßig um ihr Geld gebracht. Nur selten aber gelingt es, die Betrügereien so deutlich zu dokumentieren wie in diesem Fall. Veröffentlicht hat den Mitschnitt das Verbraucherportal Antispam.de. “Ein Forenmitglied fängt regelmäßig solche Betrugsanrufe ab, die eigentlich an ein älteres Familienmitglied adressiert waren”, berichten die Verbraucherschützer – und glauben auch, die Drahtzieher der miesen Masche zu kennen: “Diese Abzockerei ist Spezialität mehrerer Banden, die teilweise aus der Türkei, teilweise aber auch aus Deutschland agieren”.

Antispam bat um Hinweise auf die Identität der Callcenter-Agentin und kündigte an, Strafanzeige gegen diese zu erstatten.

Orig. Quelle: http://www.computerbetrug.de/2013/03/mitgeschnitten-so-brutal-erpressen-telefonbetruger-altere-menschen-7484

Freitag, 11. Januar 2013

Telefonkeiler: Erfolgreiche Klage gegen „primacall“

Die Arbeiterkammer hat die Firma „primacall“ GmbH in Wien wegen unerlaubter und aggressiver Geschäftspraktiken nach dem Gesetz wegen unlauteren Wettbewerbs (UWG) geklagt und beim Handelsgericht Wien Recht bekommen. Demnach hat es „primacall“ zu unterlassen, Verbraucher zu Werbezwecken ohne deren ausdrückliche Einwilligung anzurufen um sie zum Abschluss eines Telefonvertrages zu animieren.



Zu Telefonverträgen überredet

Im ersten Halbjahr des Jahres 2011 hat „primacall“ unzählige Verbraucher in ganz Österreich angerufen und zu einem Telefon-Vertragsabschluss überredet. Die AK hat gegen die unlautere Vorgehensweise geklagt. Das Handelsgericht Wien hat der AK nun in seinem Urteil vom 7. Jänner 2013 in allen Punkten Recht gegeben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Unbekannte Gewinnspiele

„Primacall“ berief sich zwar darauf, die KonsumentInnen hätten die Zustimmung dazu, dass ihre Daten für Marketing-Zwecke verwendet werden können, bei einem Internet-Gewinnspiel gegeben. Aber alle von der AK geführten Zeugen haben bestätigt, dieses Gewinnspiel nicht zu kennen.

Verbotene Geschäftspraktiken

Sogenanntes „Cold Calling“ ist nach Paragraf 107 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) verboten. Darüber hinaus hat „primacall“ KonsumentInnen auch mehrmals angerufen, was das Gericht als aggressive Geschäftspraktik nach dem UWG angesehen hat. Zudem hat „primacall“ auch nicht ausreichend auf das den KonsumentInnen zustehende Rücktrittsrecht hingewiesen. 

Orig. Quelle: http://wien.arbeiterkammer.at/online/erfolgreiche-klage-gegen-primacall-70934.html

Dienstag, 27. November 2012

Rufnummern-Fake(Spoofing) - Amtsgericht Bremen

Missbräuchliche Verwendung der Rufnummer des Festnetzanschlusses des Amtsgerichts Bremen (0421) 361 - 6115

Seit Montag (19.11.2012) geben sich vermehrt Anrufer als Mitarbeiter des Amtsgerichts Bremen – Mahnabteilung – aus und mahnen Geldzahlungen in Höhe von 800,00 € an. Zur Abwendung einer Zwangsmaßnahme könne der Angerufene eine Zahlung von 800,00 € bzw. die Zahlung eines Zeitungsabonnements leisten.

Wir weisen darauf hin, dass derartige Anrufe nicht von Mitarbeitern des Amtsgerichts Bremen getätigt werden. Wir gehen davon aus, dass die Rufnummernanzeige (0421 – 361 6115) manipuliert ist. Es wird empfohlen, auf derartige Anrufe nicht einzugehen und gegebenenfalls die örtliche Polizeidienststelle zu informieren sowie Strafanzeige zu erstatten.

>>>  http://www.amtsgericht.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen85.c.1739.de