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Dienstag, 17. Dezember 2013

Der Cafe4eck Jahresrückblick 2013 – Januar bis Juni

Cafe4eck Jahresrückblick Januar bis Juni 2013

Es gab mal mehr oder weniger an Themen und Artikeln (insgesamt 425 Artikel) die hier auf Cafe4eck 2013 veröffentlicht wurden. Immer mit dem Hintergrund der Aufklärung und Warnung vor unseriösen Internetgeschäften und deren Hintermännern. Es gab viele Resonanzen auf unsere Artikel verschiedenster Autoren, die sich in der Kommentarfunktion dann auch widerspiegelten und so war eine ständige Interaktion zwischen Blog und User gegeben. Der Erfolg stellte sich sehr schnell ein, so dass wir Besucherströme verzeichnen konnten, die uns mehr als überraschten. Dank des Admins Insider von der Szene-Insider Community, deren Forum im August leider den Betrieb eingestellt hatte, haben wir noch einen sehr großen Kreis interessierter Leser dazu bekommen und so ist das Jahr 2013 wohl das erfolgreichste Jahr seit Bestehen dieses Projektes. Nachfolgend also eine Rückschau auf die wohl interessantesten Themen und Artikel (statistisch gesehen), wobei nur ein sehr kleiner Teil der Top Themen eines Monats aufgeführt wird, um nicht den Rahmen zu sprengen.

Januar:


Als Top Thema im Januar war die Wiederauferstehung von MoneyPayEurope (MPE), vielen noch als eine der größten Abzocken von Sven Schalbe bekannt. Heute ist er angeblich verschollen, aber seine damaligen Helfershelfer sind weiterhin aktiv und agieren größtenteils aus Thailand. Daher wird dieser Kreis der Betrüger auch die Thailand Connection genannt. Ob ein Michael Manns, Jörg Korte, Jürgen Kaewma, Olaf Sauerbrei, Klaus Schädler und noch einige Andere mehr, sie alle haben nur ein Ziel: Geld anderer Leute einzusammeln mit immer neuen Webseiten, die enorme Renditen versprechen um dann mit dem Geld zu verschwinden.

moneypay-europe.org , moneypay-europe.com , moneypay.biz , bezahl.org - Comeback - Beta

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/01/moneypay-europeorg-comeback-beta.html

Als Nächstes war einer der gerissensten Betrüger Deutschlands, Ulrich Engler, ein Thema, der seinen Gerichtstermin zum 15 Januar bekam und sich für Anlagebetrug in 1300 Fällen verantworten sollte. Heute kann man sagen, das Urteil war passend und mit einer Haftstrafe von 8 Jahren und 6 Monaten ein gutes Zeichen auch für die großen Abzocker, dass man nicht immer glimpflich davon kommen wird. Der Artikel (Titel) war daher im Nachhinein gesehen, noch von einer milderen Strafe ausgegangen, wobei das Urteil noch härter ausgefallen wäre, hätte Engler nicht reinen Tisch gemacht!

Betrüger Ulrich Engler kann mit Milde rechnen

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/01/betruger-ulrich-engler-kann-mit-milde.html

Globale Schneeballsysteme kommen und gehen und meist dauert es sehr lange bis die Behörden dann einen Schlussstrich ziehen und aufräumen können. So auch mit dem Geldumverteilungssystem von Bannersbroker, das aktuell leider immer noch aktiv ist, obwohl im Internet als Scam gebrandmarkt. Weshalb es weiter wichtig bleibt, davor zu warnen. Denn die Masche bleibt stets dieselbe, nur die Namen ändern sich!

Bannersbroker - Neuauflage eines verkappten Schneeballsystems

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/01/bannersbroker-neuauflage-eines.html

Februar:


Das Top Thema und mediale Ereignis des Jahres war wohl der S & K Anlegerskandal und die Razzia bei den Chefs Stephan Schäfer und Jonas Köller, bei der beide verhaftet wurden und letztendlich in Untersuchungshaft landeten. Neben dem Cyberkrieg, der uns schon im letzten Quartal 2012 erwischt hatte, aber dank der guten Google Server keine Auswirkungen hatte, außer dass jetzt unser Traffic mal schnell über 60 Millionen Zugriffe mehr in der Statistik ausweist, war dies doch der dickste Hund, der in der Deutschen Finanzwelt über Jahre geradezu herangezüchtet wurde, weil aller Warnungen von GoMoPa zum Trotz, keine Behörde, Finanzaufsicht oder Presse es wahr haben wollte, dass hier offensichtlicher Betrug gegeben ist. Alle waren sie blind oder geschmiert worden und haben jeden kritischen Hinweis beiseite gewischt, nach dem Motto, was nicht sein darf, darf auch nicht kritisch hinterfragt werden. Nun sitzen die Partybubies der Nation immer noch in U-Haft und die offizielle Schadenssumme beläuft sich schon auf über 200 Millionen Euro. Wie lange es dauert, bis es endlich zu einer Verhandlung kommt und ob da wirklich alles aufgearbeitet wird und auch alle Hintermänner, also die wahren Drahtzieher der beiden Strohmänner Schäfer und Köller, zur Verantwortung gezogen werden, ist noch nicht absehbar. Es bleibt also spannend und auch dramaturgisch interessant, wie der Sprung aus dem Fenster bei einem Gerichtstermin von Stephan Schäfer. Auch wenn die Mainstream Medien sich die Lorbeeren über die Berichterstattung jetzt eingeheimst haben, so war es der Finanznachrichtendienst GoMoPa unter dem CEO Klaus Maurischat, dem es zu verdanken war, dass dieser Skandal in diesem Ausmaße ans Tageslicht kam. Die großen Medien bedienten sich nur von den sehr guten Recherchen und Artikeln, die GoMoPa in kontinuierlicher Weise auf ihrem Portal veröffentlichte.

Kritik an S&K: Millionenklagen gegen GoMoPa und Wirtschaftswoche

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/02/kritik-s-millionenklagen-gegen-gomopa.html

Dass Networker auch mit vermeintlich seriösen Prelaunches mal so richtig auf die Schnauze fallen können, zeigte uns der Somnium Hype der ja in der letzten Jahreshälfte 2012 wie ein Lauffeuer grassierte und viele Networker in ihren Bann gezogen hatte. Nun kam es dann wie es kommen musste, wenn man auf altbekannte Namen wie Stephan Morgenstern als CEO von Somnium angesprungen ist, trotz aller Warnungen und Erfahrungen mit diesem. Die Meldung über die Liquidierung erreichte uns am 13. Februar:

Somnium-Network & Somnium-Games - Worldwide Online Service GmbH wird liquidiert

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/02/somnium-network-somnium-games-worldwide.html

März:


Mit der Angst vor Altersarmut wird ja generell gerne in Abzockerkreisen geworben: So war es auch nicht verwunderlich dass eine Bude Namens Caramba Entertainment Ltd. auch als C24 bekannt, genau sich dieser Masche bediente und auch schon seit einigen Jahren aktiv ist. Auch GoMoPa warnte schon 2008 vor Caramba24. Aktuell wird immer noch auf sehr dreiste Art und Weise Geld eingesammelt, diesmal mit dem Start des seit fünf Jahren angekündigten VAV Programms, was man auch jetzt in Ratenzahlungen anbietet.

c24-4u.com - VAV - Caramba-Entertainment Ltd - alternative Altersvorsorge Abzocke

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/03/httpwwwc24-4ucom-vav-caramba.html

In Panama Registrierte Webseiten sind meist ein erstes Indiz für Abzocke und so war auch der Premium Profit Club (PPC) eines Artikels würdig. Es kam dann heraus, dass Mails von einer deutschen IP versendet wurden und auch die Webseite bei einem deutschen Hoster lag. Mittlerweile gibt es die Abzocker Webseite nicht mehr, was aufzeigt, dass wenn man schon frühzeitig so etwas publik macht und ausführlich davor warnt, die Abzocker dann doch lieber die Fliege machen, ohne groß abkassieren zu können!

Achtung, ABZOCKE! Premium Profit Club (PPC)

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/03/achtung-abzocke-premium-profit-club-ppc.html

April:


Die Thailand Connections Aktivitäten ziehen sich ja durchs ganze Jahr. So kam dann noch eine Webseite zum Vorschein, die im Grunde nur eine in Englisch dargestellte Kopie von MoneyPay-Europe.com war. Aus heutiger Sicht muss man jetzt die bezahl.org benennen, da hier ständig „Bäumchen wechsel Dich“ betrieben wird.

2pay4you.com - Nachahmung von moneypay-europe?

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/04/2pay4youcom-die-auferstehung-von.html

Die gesamten Verflechtungen der Thailand Connection zeigten sich dann im folgenden Artikel sehr gut, wo es um die heute noch aktiven und nicht genehmigten Finanzprojekte der Realprojects 24 Cooperation A.G. und Club24Advantage geht.

Das Firmengeflecht von Realprojects 24 Cooperation A.G. und Club24Advantage

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/04/das-firmengeflecht-von-realprojects-24.html

Dann begegnen wir einem Dauerbetrüger namens Helmut Kalle, der für sehr Viele auch ein Inbegriff für jahrelange und kontinuierliche Betrugsprojekte ist. (Loteria del Mundo, 10MDC und 2012MDC). Mit bürgerlichem Namen soll er Burckhard Übersohn heißen und agiert seit vielen Jahren aus dem asiatischen Raum. Mittlerweile müsste Übersohn schon die 70 Jahre überschritten haben und die Geschichten, warum die Anleger kein Geld erhalten können, sind schon legendär. Ob Krankheiten, Finanzaufsichten, Banksperren und Beschlagnahmungen bis hin zu Kopfgeldjägern war alles dabei.

10mdc.com - 2012mdc - ISA World Ltd - Helmut Kalle / Burkhardt Übersohn, Thailand

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/04/www10mdccom-2012mdc-isa-world-ltd.html

Das Top Thema im April war die offensichtliche Eurospirale Abzocke. Heute steht der Artikel auf Platz acht der zehn meistbesuchten Artikel. Und um etwas die Spannung zu nehmen, dieses Abzocke-Projekt existiert nicht mehr. Webseite weg, Besitzer weg –Geld weg- Geschrei ganz groß. Was wurden wir von den Eurospirale Jüngern der angeblichen wundersamen Geldvermehrung angefeindet. Fast 200 Kommentare breiteten sich bis zum Dezember aus. Nun gibt es einen zweiten Artikel, aber dazu später mehr im Monat November!

eurospirale.com - Gottfried Buchmann, James Loydene - garantierte Rendite?

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/04/eurospiralecom-garantierte-rendite.html

Mai:


Abzocker sind ja teils sehr kreativ und ein Beispiel, was dabei herauskommt, kann man an dem Artikel über die „Universal Private Banking“ begutachten. Die Webseite Uprivatebanking.com war noch in einer Prelaunch Phase bis Juni und ist heute noch aktiv. Einige Networker, denen es egal scheint, für was Sie da werben, sind auch noch aufgelistet. Ist zwar nicht die Regel, aber wer Andere für offensichtliche Abzocken bewirbt, muss das abkönnen und als schlechtes Beispiel für die Networkerbranche herhalten.

Universal Private Banking - uprivatebanking.com - Weltweit 1. Bank im Network Marketing

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/04/universal-private-banking.html

Mit EAs im Forex-Bereich wird ja das Handeln automatisiert, also relativ erleichtert. Nun preisen seit Jahren gewiefte Betrüger immer wieder die Eier legende Wollmilchsau in Form eines EAs an. Das Internet ist geradezu voll mit solchen Verheißungen, ganz automatisch schnell reich zu werden. Daher gilt: Finger weg von solchen oder ähnlichen Angeboten wie AutoBinaryEA.

Die nächste Abzocke ist im Anmarsch - automatische-geldmaschine.com – AutoBinaryEA

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/05/die-nachste-abzocke-ist-im-anmarsch.html

Mit Heimarbeit wurde schon zu Zeiten der Printmedien, als es noch kein Internet gab, abgezockt. Nun ist aber alles noch viel leichter geworden und die Angebote von unseriösen Geschäftemachern auf diesem Sektor übersteigen die der wirklich seriösen Angebote doch gefühlsmäßig um ein Vielfaches. So erschien im Mai das Portal "Heimarbeit - Arbeit von zu Hause aus" im Web und da kräftig dafür gespamt wurde, schauten wir näher hin und so entstand der nachfolgende Artikel mit jeder Menge an Kommentaren, die letztendlich den Drahtzieher dieser Abzocke enttarnten. Es ist der Initiator der Verdienst Flatrate Abzocke aus 2009 Thomas Wos, der nicht müde wird jedes Jahr neue Abzock-Ideen umzusetzen, zwar mit einer sehr kurzen Halbwertzeit, aber dafür beständig beim Bäumchenwechseldich Spiel.

Heimarbeit - Arbeit von zu Hause aus - Vorstartphase - Allgemeine Schweizer Vermoegensverwaltung AG - Wilmington - Torsten Weissmüller

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/05/heimarbeit-arbeit-von-zu-hause-aus.html

Ein Top Thema, das im Szene-Insider damals begann, war die Cash Back Lizenz Abzocke der IC3 ltd unter Hans Peter Posch und der IC3 GmbH von Harald Gietmann aus München. Es hat lange gedauert bis vor einem Zivilgericht das Unrecht erkannt wurde und einige mutige Geschädigte somit ihre Lizenzgebühren hätten zurückfordern können. Nach der erfolgten Insolvenz und Liquidierung dieses Jahres war das mangels Masse aber nicht mehr möglich. So kam es dann zu folgendem Artikel:

IC3 - lokavo.de - Arowana Media GmbH - Hans-Peter Posch unter Betrugsverdacht - Betrugsaffäre um den FDP-Kandidaten

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/05/ic3-lokavode-arowana-media-gmbh-hans.html

Juni:


Ein gutes Beispiel für eine absurde Offline Abzocke, also nur über Spammails und dann per Skype war der Grazer Bierclub von einem Frank Schmidt. Ob da tatsächlich Bierjunkies drauf angesprungen sind, ist schwer vorstellbar aber die Geschichte an sich ist mehr als amüsant.

Grazer Bier Club (Private Interessengemeinschaft) - c / o Frank Schmidt, Jahnstrasse 4, A-8010 Graz

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/06/grazer-bier-club-private.html

MarketingTerminal.de wirbt mit „ÄHNLICH WIE BANNERSBROKER, ABER DEUTSCHES UNTERNEHMEN !“ Da schaut man doch zweimal hin und bis heute tobt in der Kommentarfunktion ein Schlagabtausch der Befürworter und Kritiker.

MarketingTerminal.de , geheimtip24.de - Marketing Terminal Ltd. Meik Frankenhauser, Weitnau - ähnlich wie Bannersbroker

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/06/marketingterminalde-geheimtip24de.html

Wohl mit die größte Kommentar Aktivität mit über 300 Kommentaren hatte der Artikel über FlexKom und Cengiz Ehliz zu verzeichnen. Auch die enormen Zugriffe haben diesen Artikel auf Platz 5 der Top 10 Artikel des Jahres gebracht.

FlexKom - Cengiz Ehliz und die Network-Karriere mit Bernd Seitz als Wasserträger für Deutschland - Seitz und Mattis Werbeagentur GmbH

http://cafe4eck.blogspot.com/2013/06/flexkom-cengiz-ehliz-und-die-network.html

Das war der erste Teil des Cafe4eck Jahresrückblick 2013!  
Beachtet auch den Cafe4eck Jahresrückblick 2013 – Juli bis Dezember

http://cafe4eck.blogspot.de/2013/12/der-cafe4eck-jahresruckblick-2013-juli.html

Montag, 7. Januar 2013

Betrüger Ulrich Engler kann mit Milde rechnen

Ulrich Engler, einer der gerissensten deutschen Betrüger, der ab 15. Januar in Mannheim vor Gericht steht, wird voraussichtlich glimpflich davon kommen. Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet, kam lediglich ein Teil der Taten zur Anklage. Zudem sind für die zehn Verhandlungstage nur einige der vielen hundert Zeugen geladen. Englers Anwalt Steffen Lindberg kündigte ein umfängliches Geständnis an und meinte: „Auch deshalb ist davon auszugehen, dass die Richter ihm beim Strafmaß entgegen kommen und nicht die Höchststrafe von 15 Jahren verhängen werden.“

Der frühere Staubsaugervertreter Engler soll 1300 Anleger in drei Jahren um 37 Millionen Dollar betrogen haben. Er hatte mit außerbörslichem Wertpapierhandel Renditen bis zu 72 Prozent versprochen. Die wenigsten seiner Kunden, darunter auch Prominente wie Ex-Boxer Axel Schulz, erhielten die Ausschüttungen.

Orig. Quelle http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-02-2013-betrueger-ulrich-engler-kann-mit-milde-rechnen_aid_892431.html

Siehe auch:
- Opfer erstatteten nicht mal Anzeige - Ponzi des Ulrich Engler

- Der International mit Haftbefehl gesuchte Ulrich Engler macht wieder Schlagzeilen: Thyrnau: Axel Schulz fiel auf Rendite-Schwindel herein

- Vier Vermittler von Schneeballbetrüger Ulrich Engler angeklagt

- Fünf Jahre auf der Flucht Deutscher Millionenbetrüger in USA gefasst

- Deutschlands schlimmster Betrüger Ulrich "Richie" Engler angeklagt
...

Sonntag, 18. Dezember 2011

Der International mit Haftbefehl gesuchte Ulrich Engler macht wieder Schlagzeilen: Thyrnau: Axel Schulz fiel auf Rendite-Schwindel herein

Selbst Boxlegende Axel Schulz hatte − wie es Strafrichter Stefan Kolb formulierte − offenbar "nur mehr Dollarzeichen in den Augen". Zusammen mit einem befreundeten Steuerberater aus Neuhaus am Inn (Lkr. Passau) fiel er auf Renditeversprechungen von jährlich 50 Prozent und mehr herein. Der Vermittler, ein ehemaliger Finanzdienstleister aus Thyrnau (Lkr. Passau), hatte sich jetzt vor dem Landshuter Amtsgericht zu verantworten: Aber nicht etwa wegen Betrugs, sondern lediglich wegen unerlaubten Betreibens von Finanzdienstleistungen.

Der Drahtzieher einer der spektakulärsten Anlagebetrügereien der letzten Jahrzehnte ist auf der Flucht: Von Ulrich Engler (50), der seine Kunden nach Schätzungen der federführenden Staatsanwaltschaft Mannheim um rund 300 Millionen Euro betrogen hat, fehlt jede Spur. Zuletzt hatte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin in Florida/USA residiert, eine Villa in Bonita Springs besessen und ein luxuriöses Leben geführt.

Von dort aus soll er in den Jahren 2005 bis 2007 ein riesiges Schneeballsystem initiiert haben, indem er vortäuschte, durch sogenannte Day-Trading-Geschäfte an der amerikanischen Börse hohe Gewinne zu erzielen. Die Anlagen der letztlich geprellten Kunden waren als Darlehen für die Engler-Firma "Private Commercial Office Inc. (PCO)" getarnt. Ihnen waren jährliche Zinsen von 50 bis 70 Prozent versprochen worden. Über 6000 Geschädigte in Deutschland, Österreich und der Schweiz überwiesen zum Teil hohe Summen auf die Bankkonten des "Finanzgenies".

Während nach Engler nach wie vor mit internationalem Haftbefehl gefahndet wird − für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, sind bis zu 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt −, wird den meist deutschen Vermittlern nach und nach der Prozess gemacht. Darunter

Vermittler zählen selbst zu Geprellten

auch einer Reihe von Finanzdienstleistern aus Niederbayern. Allerdings nicht etwa wegen Betrugs, wie bei derartigen Fällen üblich; denn es ließ sich nicht nachweisen, dass die Anlagen-Vermittler von den Betrugsabsichten Englers gewusst hatten, zumal sie in den meisten Fällen selbst zu den Geprellten zählten. Allerdings hätten allein die vom flüchtigen Betrüger bezahlten Provisionen von zwölf bis 38 Prozent die Vermittler stutzig machen müssen.

Eine andere juristische Regelung brachte sie und damit auch den Thyrnauer vor Gericht: Vermittlungen von Einlagengeschäften für Unternehmen mit Sitz außerhalb der EU bedürfen einer besonderen Genehmigung durch die Banken-Aufsichtsbehörde BaFin, so steht es im Kreditwesengesetz. Und diese Erlaubnis hatte der Finanzdienstleister aus Thyrnau nicht eingeholt.

Vor Strafrichter Kolb, wo ihm insgesamt 14 illegale Abschlüsse mit einer Gesamtsumme von knapp 700 000 Dollar vorgeworfen wurden, verteidigte sich der 52-Jährige damit, dass es sich nicht um Anlagen-, sondern um Kreditgeschäfte gehandelt habe und bei allen Anfragen, die er u. a. auch bei Anwälten getätigt habe, habe er "grünes Licht" bekommen. "Dass es sich um ein Schneeballsystem handelte, wusste ich nicht. Ich habe auch niemand etwas aufgeschwatzt, die Kunden sind zu mir gekommen", sagte er.

Darunter auch der Steuerberater und der prominente Boxer. Beide hätten in sechsstelliger Höhe investiert und zumindest anfangs − wie auch andere seiner Kunden − die versprochenen Ausschüttungen erhalten. Im Übrigen, so der Thyrnauer, sei er es gewesen, der Engler letztlich habe auffliegen lassen: "Ich bin mit dem Steuerberater nach Florida geflogen und habe dort drei Wochen lang recherchiert, schließlich haben sich sogar das FBI und der CIA eingeschaltet. So kam das Ermittlungsverfahren gegen Engler erst in Gang."

Außerdem habe er seine Kunden gewarnt, die hätten sich aber teilweise als beratungsresistent erwiesen. Er selbst, so der Thyrnauer, gehöre ebenfalls zu den Geschädigten: "Alle meine Ersparnisse samt Haus sind weg." Von Finanzgeschäften wolle er nichts mehr wissen, er sei dabei, sich eine neue Existenz auf einem anderen Gebiet aufzubauen.

Für das unerlaubte Betreiben von Finanzdienstleistungen verhängte Strafrichter Kolb eine Geldstrafe von 4000 Euro (200 Tagessätze à 20 Euro) und blieb damit erheblich unter dem Antrag von Staatsanwältin Sabine Klemt, die 350 Tagessätze à 30 Euro gefordert hatte. Verteidiger Ekkehart Heberlein verwies darauf, dass sein Mandant zum Tatzeitpunkt

Richter: Nur noch Dollarzeichen im Auge

aufgrund der Auskünfte, die er u. a. auch bei der BaFin eingeholt habe, davon ausgehen konnte, dass die Geschäfte nicht erlaubnispflichtig seien. Außerdem sei es seiner Initiative zu verdanken, dass der Riesenschwindel aufgeflogen sei und in den USA inzwischen das Insolvenzverfahren über das POC-Vermögen laufe, so dass die Geschädigten wenigstens zum Teil auf Rückflüsse hoffen könnten. Der Anwalt hielt 90 Tagessätze für schuldangemessen.

Strafrichter Kolb hielt in der Urteilsbegründung dagegen, dass bei dem Angeklagten als erfahrenem Finanzdienstleister bei jährlichen Zinsen von 50 Prozent und mehr die "Alarmglocken" hätten läuten müssen. Im Übrigen sah er auch eine Mitverantwortung bei den Geschädigten, die offenbar nur noch die Dollarzeichen im Auge gehabt hätten.

http://www.pnp.de/nachrichten/heute_in_ihrer_tageszeitung/bayern/?em_cnt=294600

Es wurde auch eine Belohnung von 10.000,-€ ausgelobt, finde ich ja mehr als lächerlich, wenn man bedenkt was dieser Betrüger für einen Schaden verursacht hat:


Fahndung nach dem mutmaßlichen Betrüger Ulrich Engler

Tatzeit: Tatort:
2005 - 2007 USA

Sachverhalt

Die Zielfahndung des LKA Baden-Württemberg sucht aufgrund eines internationalen Haftbefehles des AG Mannheim den deutschen Staatsangehörigen Ulrich Engler.

Engler wird dringend verdächtigt des gewerbsmäßigen Betruges in einer großen Zahl von Einzelfällen. Ihm wird vorgeworfen, von interessierten Kapitalanlegern in Deutschland, der Schweiz und Österreich Gelder eingworben zu haben unter der Vorspielung das Geld der Anleger für Aktiengeschäfte (Day-Trading) einzusetzen. In Wirklichkeit handelte es sich um ein klassisches Schneeballsystem, welches er im Zeitraum von 2005-2007 betrieb. Der den Anlegern allein in Deutschland entstandene Schaden beläuft sich auf ca. 100 Mio. US-Dollar.


Engler befindet sich seit Oktober 2007 vermutlich in Begleitung seiner Lebensgefährtin auf der Flucht.

Personalien

Name: Vorname:
Engler Ulrich
Geburtsdatum: Geburtsort:
28.03.1961 Andelfingen
Letzer Aufenthaltsort: Nationalität:
Cape Coral, Florida/USA deutsch

Personenbeschreibung

Größe: Figur:
181 cm kräftig
Erscheinung: Scheinbares Alter:
gepflegt -
Augenfarbe: Haarfarbe:
blau mittelblond
Besondere Merkmale:
Brille


 http://www.polizei-bw.de/fahndung/personenfahndung/bekannte_taeter/Seiten/090330Engler.aspx

Freitag, 16. September 2011

Opfer erstatteten nicht mal Anzeige - Ponzi des Ulrich Engler

Ulrich Engler erleichterte vor vier Jahren etliche Leute um insgesamt 300 Millionen Euro. Die Opfer haben ihn bislang nichtmal angezeigt.
Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Ein Betrüger namens Ulrich Engler nutzte vor rund vier Jahren die Gier etlicher Geldanleger und erleichterte sie um rund 300 Millionen Euro. Bis heute ist er untergetaucht. Vor Gericht standen bisher nur Vertreter, die für ihn tätig waren. Einer von ihnen wurde jetzt in Rosenheim verurteilt.

Der angeklagte Finanzkaufmann aus dem Landkreis Rosenheim arbeitete für die Firma Englers. Diese tat unter anderem so, als könne sie Sportvereinen Werbeverträge renommierter Firmen vermitteln und strich das Geld ein, ohne dass Verträge zustandegekommen wären. Aber auch Privatleute vertrauten dem Betrüger und den in seinem Vetriebsnetz arbeitenden Finanzmaklern riesige Summen an. Sie glaubten offenbar wirklich an die versprochenen 70 Prozent Zinsen.

Der Finanzmakler, der nun in Rosenheim angeklagt war, konnte mit der Vermittlung dieser dubiosen Anlageform vor vier Jahren noch eine Gesamtprovision von 461000 Euro einstecken. Doch die Kunden mussten nicht nur auf die Zinsen verzichten, sondern sahen auch ihr Geld nie wieder. Es handelte sich um ein klassisches Schneeballsystem.

Dem Angeklagten war nicht nachzuweisen, dass er von den Betrugsabsichten des Haupttäters gewusst hätte, der in vielen Staaten von der Polizei gesucht wird. Damit schied der Vorwurf des Betruges aus. Wichtige Finanzblätter hatten seit April 2007 allerdings vor diesen speziellen Geldanlagen gewarnt. Der Finanzmann hätte also ahnen können, dass er für einen Betrüger arbeitete. Aber immerhin verkaufte er bis Juli 2007 die Anlagen gewinnbringend.

Verblüffend ist, dass von keinem der Geschädigten Anzeige erstattet wurde. 19 der 50 antworteten nicht einmal auf Nachfragen der Polizei. Die Vermutung liegt nahe, dass die Betroffenen Sorge hatten, nach einer Anzeige vom Finanzamt verfolgt zu werden, weil sie möglicherweise nicht hätten nachweisen können, woher das Geld, das sie investierten, stammte. Schwarzgeld wird häufig in der Hoffnung auf große Renditen auf diese Weise "geparkt"

Eine andere juristische Regelung brachte den Finanzberater dennoch vor Gericht: Derlei Finanzgeschäfte mit Staaten außerhalb der EU bedürfen einer besonderen Genehmigung durch die Banken-Aufsichtsbehörde BAFIN, was im Kreditwesengesetz geregelt ist. Diese Genehmigung hatte der Angeklagte, wie viele seiner Kollegen, nicht eingeholt. Die deutsche Justiz beschlagnahmte deshalb die Konten des Angeklagten und stellte wenigstens knapp 150000 Euro sicher.

Der Vorsitzende Richter Heinrich Loeber befand am Ende, 90 Tagessätze à 37 Euro, was einer Geldstrafe von insgesamt 3330 Euro entspricht, seien als Strafe ausreichend. Das Geld auf seinem Konto sieht der Angeklagte aber nicht wieder. Das behält der Staat ein.

Orig. Quelle:  http://www.rosenheim24.de/land/opfer-erstatteten-nicht-anzeige-rosenheim24-1405763.html

Wie man sieht, müssen auch die Vermittler mit Strafen rechnen - sogar ganz ohne von Opfern/Geschädigten angezeigt zu werden.