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Freitag, 27. September 2013

Prozess gegen mutmaßliche Betrüger: S&K-Chef verletzt sich schwer bei Fenstersprung

Drama im Frankfurter Landgericht: Einer der beiden Hauptverdächtigen im S&K-Verfahren ist kurz vor Prozessbeginn aus dem Fenster gesprungen. Dabei verletzte sich Stephan Schäfer schwer. Ihm und seinem Kompagnon wird Anlagebetrug in dreistelliger Millionenhöhe vorgeworfen.

Landgericht in Frankfurt: Sturz aus etwa sechs Metern Höhe
Frankfurt am Main - Beim Zivilprozess gegen die mutmaßlichen Finanzbetrüger von S&K hat sich eine Tragödie ereignet: Einer der beiden Firmengründer, Stephan Schäfer, hat sich nach Angaben eines Sprechers des Frankfurter Landgerichts bei einem Sprung aus einem Fenster schwer verletzt. Ob es sich um einen Flucht- oder um einen Suizidversuch handelte, ist bislang unklar.

Der Mann, dem die Hände mit Handschellen vor dem Bauch gefesselt waren, habe sich aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt, sagte der Gerichtssprecher. Beim Sturz auf das Pflaster aus etwa sechs Metern Höhe habe sich der Hauptbeschuldigte aus dem Anlagebetrugsverfahren um die Immobiliengruppe S&K schwer verletzt. Der 34 Jahre alte Untersuchungshäftling sei wenige Minuten später in ein Krankenhaus gebracht worden.

Schäfer war aus dem Gefängnis in Weiterstadt zu einem Zivilprozess gegen eine der S&K-Gesellschaften als Geschäftsführer vorgeladen worden. Sein Kompagnon Jonas Köller war nicht im Gericht erschienen.

Ein Anwalt, der zahlreiche S&K-Geschädigte vertritt, übte harsche Kritik an den Verantwortlichen. "Das ist blamabel für die Justiz", sagte Marc Gericke. "Jemanden mit der Straferwartung, wie sie Schäfer im vorliegenden Fall hat, nur in Handschellen und in einen Saal mit offenem Fenster zu führen, ist ohne weitere Sicherungsmaßnahmen in jedem Fall problematisch."

Die Geschäftsführer der Immobiliengruppe S&K werden mit zehn weiteren Angeklagten der Untreue sowie des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs mit Kapitalanlagen beschuldigt. Sie sollen mit einem umfangreichen Schneeballsystem Tausende Privatanleger um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht haben.

Der mutmaßliche Anlagebetrug im großen Stil war durch eine bundesweite Großrazzia Ende Februar ans Licht gekommen, bei der 1200 Beamte an insgesamt 130 Orten in der Bundesrepublik Wohn- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen durchsuchten. Strafverfolgern zufolge verwendeten die beiden S&K-Chefs Stephan Schäfer und Jonas Köller das Geld für ihren exzessiven Lebensstil.

>>>  http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/anlagebetrug-s-k-chef-springt-aus-dem-fenster-a-924938.html

Samstag, 1. Juni 2013

Göker Vertrauter aus Untersuchungshaft entlassen - Ex-MEG-Vize Vincent Ho ist wieder frei

Kassel. Der frühere Generalbevollmächtigte des Versicherungsvermittlers MEG, Vicent Ho, ist wieder auf freiem Fuß. Der ehemalige MEG-Vize und Vertraute von Mehmet Göker wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Das bestätigen die Kasseler Staatsanwaltschaft und das Landgericht gegenüber der HNA.

Mehmet Göker und Vicent Ho

Beide Männer sind wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen und Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz angeklagt. Darauf steht Gefängnis bis zu fünf Jahren. Vincent Ho ist außerdem des gewerbsmäßigen Betrugs verdächtig. Hier droht eine Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren.

Einen Prozess-Termin gibt es noch nicht. Laut Kasseler Landgericht stehen noch Stellungnahmen der Verteidigung aus.

Vincent Ho saß rund sieben Monate in Kassel-Wehlheiden in Untersuchungshaft. Er wurde entlassen, weil es um die Verhältnismäßigkeit gehe, so Richter Dirk Liebermann, Sprecher des Landgerichts. Die Dauer der Untersuchungshaft müsse immer einem zu erwartenden Urteil angemessen sein.

Auflagen wurden Ho (27) nicht gemacht. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben. Gegen Mehmet Göker (34), der sich nach wie vor in der Türkei aufhält, besteht ein internationaler Haftbefehl.

Die Staatsanwaltschaft legt Ho und Göker zur Last, bereits vor der Pleite des Versicherungsvermittlers MEG und dem Ausscheiden Gökers als Vorstandsvorsitzender gemeinsam den Entschluss gefasst zu haben, sich bei der MEG gespeicherte Datensätze zu beschaffen. Sie sollten später verkauft oder dazu benutzt werden, private Krankenversicherungen zu verteiben. Insgesamt sollen die beiden Männer 495.000 Datensätze gestohlen haben. Dabei handelt es sich um Adressen von potenziellen Kunden privater Krankenversicherungen. Die Datensätze stellen einen erheblichen Wert da. Sie hätten eigentlich in die Insolvenzmasse der MEG gehört, um damit Gäubiger zu befriedigen. Mit den Daten sollen Göker und Ho stattdessen laut Staasanwaltschaft aus der Türkei heraus einen Umsatz von 1,9 Millionen Euro erzielt haben. Weitere 1,1 Millionen sollen beim Verkauf von Daten geflossen sein.

Gerüchten zufolge soll sich Vincent Ho während seiner Untersuchungshaft von Mehmet Göker losgesagt haben.

>>> http://www.hna.de/lokales/kassel/ex-meg-vize-vincent-wieder-frei-2933396.html

siehe auch >>> Frühere MEG-Chef erhielt aus den USA "unfassbar gutes" Angebot - Neues Geschäftsmodell: Göker setzt auf Videomails