Posts mit dem Label Genossenschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Genossenschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 11. August 2013

Ein Neuwagen für popelige 42,-- € im Monat ? Aber ja - unsere sozialistischen Brüder und Schwestern aus Erfurt schaffen das!


Eigentlich ist unser @Benny (Alamski) ja ein ganz patentes Kerlchen. Wenn man sich viel Mühe gibt und öfter auf die Zähne beißt, kann man durchaus mit ihm auskommen. Auch ist er heute, wo er mehr Zeit im Blog verbringt, nicht mehr so häufig an Massenschlägereien beteiligt - und aufgrund seiner Kunst, alles und jeden in Grund und Boden zu reden, verläßt er die Gerichtssäle in der Regel auch mit einer kulanten Bewährungsstrafe.

Man ist also durchaus geneigt, ihn wieder in die Gesellschaft aufzunehmen, um dort zu arbeiten und weiterhin sein trostloses Dasein zu fristen - wenn da nicht dieser unselige "Auto-Tick" von ihm wäre. Den wird man wohl nur operativ entfernen können, zumal sich alle von ihm besuchten Psychiater für "nicht zuständig" befunden haben.

Um es kurz zu machen: Der normale bundesdeutsche Durchschnittsbürger strebt durchschnittlich alle vier Jahre nach einem neuen fahrbaren Untersatz für sein Gesäß, das ihn von A nach B befördert. Es gibt zwar durchaus auch Ausreißer nach oben und nach unten, aber wir sprechen hier ja vom statistischen Mittelwert. Und mit dem kommt unser @Benny überhaupt nicht klar!

Sein durchschnittlicher Verschleiß liegt momentan bei zwei Karossen pro Jahr. Das heißt, kaum ist die Neuanschaffung eingefahren und verlangt nach dem ersten Ölwechsel, da ist @Benny schon wieder auf der Suche nach dem nächsten ultimativen Highlight auf dem internationalen Markt. Das geht natürlich in's Geld - und wenn man nicht hungrig über die Autobahn düsen will, muß halt bei der Anschaffung gespart werden.

Gerade jetzt muß in seiner Kasse eine ganz üble Ebbe herrschen - denn wie sonst ist es zu erklären, daß er mich heute fragte, was ich von diesem Angebot halte?


Neuwagen für 42,-€ im Monat?


Sie möchten einen Neuwagen ohne Schulden zu machen und zu einem unschlagbaren Preis?
Incl. Steuern,Versicherung und GEZ

Dann sind Sie bei uns richtig. 


Und nicht nur das, Sie können durch die Weiterempfehlung des Konzeptes monatlich 1000€ und mehr hinzuverdienen.

-Absolut Seriös-
-Deutsches Unternehmen in Form einer  Genossenschaft-
-Seit 2011 am Markt-

Füllen Sie das Kontaktformular aus und wir werden Sie zeitnah informieren,
wie Sie durch einfache Empfehlungen zu einem Neuwagen Ihrer Wahl für monatlich 42€ kommen. 

Daß unser @Benny bei diesen Zahlen in Versuchung (und - heftige - Erregung!) gerät, dürfte jeder nachvollziehen können. (Meine Lieblingspizza kostet z. B. 8 Euro. Wenn ich jetzt nur auf fünf Pizzen verzichte, kann ich schon ein neues Auto fahren!) Und falls jetzt jemand glaubt, ich hätte mir das alles nur ausgedacht oder geträumt: Oh no, hier ist der Link http://www.neuwagen-42euro.de/, sogar mit Impressum:

Impressum
Angaben gemäß § 5 TMG: Marketing&Vertrieb;
Peter Warncke
Kleiner Reitweg 9
25421 Pinneberg
E-Mail: neuwagen-42euro@web.de
Telefon: 04101-836236
Steuer Nr.: 3109402242 

...wobei das Impressum allerdings hier geklaut worden ist: http://www.glxpage.com/page/imprint/de/9637/5235716

Und wie äußert sich die DENIC zu diesem Vorgang?



Domaindaten

Domain

neuwagen-42euro.de

Letzte Aktualisierung

24.07.2013

Domaininhaber

Der Domaininhaber ist der Vertragspartner der DENIC und damit der an der Domain materiell Berechtigte.

Domaininhaber:
Peter Warncke

Adresse:
Kleiner Reitweg 9

PLZ: 25421

Ort: Pinneberg


Nun ist der Peter Warncke aus Pinneberg allerdings auch für andere, multinational agierende Unternehmen wie die äußerst "erfolgreiche" BONOFA AG tätig, was man dann wohl Risikostreuung nennt. In all den Monaten, wo sich bei BONOFA absolut nichts tut, kann er seine Kräfte anderen Projekten angedeihen lassen.




2017 (oder auch ein paar Jahre später, bei BONOFA weiß man das nie so genau!), wird er dann also nicht nur in BONOFA-Aktien schwimmen, sondern kann die mit seinem 42-Euro-Auto-pro-Monat durch Schleswig-Holstein spazierenfahren. Heissa, das wird ein Vergnügen werden...

Vorher genießt er aber seine Mitgliedschaft im 

Peter Warncke

Premium Leader der Weltverlag AG (2010 in Insolvenz gegangen)

Business and Lifestyle

Pinneberg

ABC MG 457

ebenso wie im http://www.alster-business-club.de/Business-Club-Mitglieder/w-z-unternehmernetzwerk-luebeck.html, sicher eine ähnlich imposante und gut beleumundete Einrichtung wie seinerzeit die HANSE oder die FUGGER. Dort sind halt die Kapazitäten, die (Alles-)Könner und die Visionäre unter sich - so wie im Golf-Club, da darf ja auch nicht jeder rein, oder?

Mit der http://www.business-werbung.com/ hat Peter Warncke wohl Schiffbruch erlitten, denn die existiert einfach nicht mehr. Konnte er seine vollmundigen Versprechen nicht einhalten?

Beschreibung von Peter Warncke

Werbung ohne Streuverluste.

Vorteile für Unternehmen / BusinessPartner (Platzierung der Werbung)
• innovative, imagefördernde Möglichkeit Werbung zu platzieren
• echte Kunden können über ihre Profile individuell und zielgenau beworben werden, Fakes und Doubletten sind ausgeschlossen
http://www.business-werbung.com
Mehr Informationen finden Sie unter:


Wäre ihm das gelungen ("Werbung ohne Streuverluste") müßte er heute nicht hinter einem Auto für 42,- Euro/Monat hinterher hecheln. Dann wäre er nämlich schon Multimillionär oder so...

Es ist also so, wie immer: Es wird viel versprochen, viel angekündigt, viel Tamtam gemacht. Aber da dieser Peter Warncke aus Pinneberg ja nur ein kleiner Keuler und Mitläufer ist, lohnt es sich auch nicht, weiter an ihm festzuhalten. Schließlich heißt es auf seiner Seite ja auch, wenngleich nicht übermäßig groß und deutlich: 

unabhängiger Vertriebspartner der GenoFair

Wie und unter welchen Voraussetzungen es das PKW-Angebot tatsächlich gibt, werden wir auf dieser Seite erfahren: http://www.genofair-online.de, denn das ist der eigentliche Anbieter.

Und der wird einen eigenen Beitrag erhalten, denn man arbeitet dort mit zwei Begriffen, die beim Betrachter u. a. Vertrauen schaffen oder erzeugen sollen:

- Genossenschaft
- fair

Wir werden zeitnah prüfen, ob sie diesen vollmundigen Begriffen mehr oder weniger entsprechen werden. Immerhin gab es ja mal Zeiten, da war der Begriff "Treuhänder" auch noch was wert. Vor wieviel Jahren war das eigentlich noch? Nennt man heute jemanden aus Versehen mal "Treuhänder", muß man mindestens mit einer Beleidigungsklage rechnen, wenn nicht noch mehr...



Peter Warncke, Pinneberg - z. Zt. als Aushilfs-Autoverkäufer tätig


Dienstag, 14. Mai 2013

Bürger speichern Energie eG: Billigstrom - aber nur, wer investiert

Mittlerweile gibt es in Deutschland 650 Energiegenossenschaften, die sich getreu nach dem Motto des Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen "Das Geld des Dorfes dem Dorfe" mit durchschnittlich je 30 Mitgliedern ein Windrad, eine Solaranlage oder eine Biogasanlage kaufen, sich selbst mit Strom versorgen oder diesen gewinnbringend ins örtliche Netz einspeisen. Die E.ON Bayern Vertrieb GmbH aus Regensburg zahlt beispielsweise 40 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (kWh), soweit die Genossenschaftsmitglieder den Strom nicht selbst verbrauchen.

Allen gemeinsam ist eine lokale Begrenztheit. Diese wird nun von einer neuartigen Genossenschaft gesprengt, die deutschlandweit alle Stromanbieter unterbieten will, in dem sie Solar-, Wind- und Biogasstrom in eigenen Großbatterien speichert und dann verkauft.

 Allerdings gibt es erst eine Beteiligung an einem solchen Speicher. Wo er steht und wie der Betreiber des Speichers heißt, teilt die Genossenschaft nicht mit.

Die Beteiligungen und der Strombezug werden verkauft,
indem Genossen andere Genossen innerhalb einer 8stufigen Vertriebspyramide als Käufer werben, die dann wiederum andere neue Genossen als Käufer der Beteiligungen und des Stromes werben. 






 Da der Stromverkauf nur aus einer einzigen Anlage erfolgt, für die Vermittlung des Stroms und der Beteiligungen sofort Provisionen fällig werden und auf die Genossenschafts-Beteiligungen 5 Prozent Ausschüttungen pro Jahr prognostiziert sind, liegt der Hauch eines potentiellen Schneeballsystems (Ausschüttungen nicht aus Gewinnen, sondern aus Einzahlungen von Kunden) in der Luft.

Der Geno-Strom für 19,9 Cent pro Kilowattstunde

 Seit April 2013 bieten der Viehzüchter Rainer Huhn (45) aus Bergwald in Hessen und der Geflügelschlachter Ekkehard Jung (56) aus Luckau (Niederlausitz, Land Brandenburg) reinen Ökostrom aus eigenen Anlagen oder in Kooperation mit örtlichen Ökostromerzeugern zu einem unschlagbaren Hammerpreis für 19,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom plus einer monatlichen Grundgebühr von 8,90 Euro an.

 Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4.000 kWh, zahlt ein Privatkunde für den Genossenschafts-Strom (Geno-Strom) lediglich 902,80 Euro im Jahr. Der Preis wird laut Sromantrag bis 31. Dezember 2014 garantiert. Doch im heutigen Interview mit dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net ruderte Genossenschafts-Chef Ekkehard Jung schon wieder leicht zurück. Das Interview lesen Sie am Schluss des Artikels.

Zum Vergleich:


 Die Marken grünstrom 12 und Grünwelt Energie der bundesweiten Anbieter Stromio und Gas.de kosten 28,98 Cent pro Kilowattstunde Strom. Selbst bei einem Rabatt von 25 Prozent im ersten Jahr liegt der Strompreis immer noch bei 21,74 Cent pro kWh. Die Grundgebühr beträgt 16,12 Euro pro Monat. Im Vergleichsbeispiel mit einem Privatverbrauch von 4.000 kWh im Jahr bezahlt ein Haushalt für grünstrom 12 oder Grünwelt Energie im 1. Jahr 1.014,44 Euro, also 111,64 Euro mehr als bei der Bürger speichern Energie eG, und ab dem Folgejahr 1.352,50 Euro, also 449,70 Euro mehr als bei der Genossenschaft.

 Bei E.ON kostet die kWh Privatstrom 27,48 Cent plus 7,08 Euro Grundgebühr im Monat. Im Vergleichsbeispiel bezahlt der Neukunde mit einem Rabatt von 115 Euro im 1. Jahr 1.069,08 Euro, also 166,28 Euro mehr als bei der neuen Genossenschaft, ab dem 2. Jahr dann 1.184,09 Euro, also 281,29 Euro mehr.

 Und selbst der augenblickliche Preisbrecher aller Anbieter, die ExtraEnergie GmbH aus Chemnitz (Sachsen) mit ihrem Produkt extrastrom12 wird von der Bürger speichern Energie eG vom Billigpreis-Thron gestoßen. Trotz eines beachtlichen Rabatts von 310.62 Euro für Neukunden müssen Privatkunden bei der ExtraEnergie GmbH immer noch 931,86 Euro zahlen, also 29,06 Euro mehr als bei der neuen Genossenschaft. Ab dem 2. Jahr werden dann 1.159,20 Euro fällig (256.40 Euro mehr als der Genossenschafts-Strom).

Der Billig-Ökostrom ist an eine fünfjährige Beteiligung an der Genossenschaft gebunden.

 Den Billigstrom von 19,9 Cent pro kWh bekommt nicht jeder Bürger. Dazu muss man zunächst einmal Mitglied der Genossenschaft Bürger speichern Energie eG werden und sich mit einem Mindestbeitrag von 100 Euro plus 5 Prozent Agio beteiligen.

 Neben der Lieferung von Billig-Ökostrom prognostiziert die Genossenschaft eine Gewinnbeteiligung von 5 Prozent pro Jahr auf die Einlage ohne Agio.

 Wer mehr als den Mindestbetrag von 100 Euro investieren möchte, kann die darüber liegende Zeichnungssumme in 50 Euro Monatsraten abstottern. Allerdings müssen die 5 Prozent Agio auf die volle Zeichnungssumme sofort überwiesen werden. Wer also 3.000 Euro zeichnet, zahlt mindestens sofort 100 Euro plus 150 Euro Agio, insgesamt 250 Euro.

 Falls die Genossenschaft Gewinne macht, werden die anteiligen Gewinnausschüttungen erst einmal zum Auffüllen der gezeichneten Summe genutzt. Wenn es Verluste gibt, werden diese anteilig von den einzelnen Mitgliederguthaben abgezogen.

 Auf das Agio gibt es keine Ausschüttungen. Es ist außerdem laut Allgemeiner Geschäftsordnung "in keiner Form rückzahlbar."

 Die Mindest-Mitgliedschaft in der Genossenschaft dauert 5 Jahre. Ein Auseinandersetzungsguthaben wird innerhalb von 2 Jahre nach Ausscheiden erstattet. Alle Ansprüche verjähren nach 2 Jahren und verfallen dann an die Genossenschaft.

Einziges Projekt auf der Homepage ist eine weitere Genossenschaft

 Als einziges Projekt gibt die Bürger speichern Energie eG auf ihrer Homepage eine weitere Genossenschaft an, die BürgerEnergie Göldenitz eG mit Sitz in Rukieken bei Rostock.

 Die existiert bereits seit dem 27. November 2012 und arbeitet daran, auf dem Dach eines Milchviehhofes einer niederländischen Milchhof Friesin GmbH & Co. KG in Göldenitz (Ortsteil von Rukieken) eine Photovoltaikanlage mit Speichersystem mit einer Gesamtgröße von 750 kWp zu installieren. Später ist auch eine Biogas-Stromerzeugung geplant. Rainer Huhn übernahm am 10. April 2013, also in etwa zeitgleich mit der Gründung der Bürger speichern Energie eG, einen Vorstandsposten bei der Bürgerenergie Göldenitz eG.

 Ob die Stromabnehmerin, also die Milchhof Friesin GmbH & Co. KG, überhaupt in der Lage ist, den Strom auch zu bezahlen, steht noch in den Sternen. Die Milchhof KG wurde 2006 gegründet und wurde mit Anlegergeldern finanziert. Laut letzter veröffentlichter Bilanz 2011 stehen der Kapitaleinlage von knapp 1,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten von rund 1,9 Millionen Euro gegenüber. Diese seien zwar durch Pfandrechte gesichert. Aber Stromrechnungen kann man damit nicht bezahlen.

Gildemeister ist kein direktes Partnerunternehmen

Die Bürger speichern Energie eG gibt als "unsere Partnerfirma" die Gildemeister AG aus Bielefeld an, von der die Genossenschaft Speicherbatterien beziehe.

 Die A+F GmbH aus Würzburg, ein Tochterunternehmen des Gildemeister-Konzerns, verkauft tatsächlich Großbatterien für Sonnenstrom. Ein solcher cellcube FB 400 hat eine Speicherkapazität von 400 kWh und wiegt 60 Tonnen. Er ist so groß wie zwei Schiffscontainer übereinandergestapelt. Man kann sie in Thüringen entlang der Autobahn sehen. Sie werden meist von Stadtwerken gekauft, um eine stabile Stromversorgung zu garantieren.

 Neben Stadtwerken sind vor allem Industriefirmen Kunden der Gildemeister AG, die sich autark, also unabhängig von den Stromanbietern, mit Strom versorgen wollen.

Auf Nachfrage von GoMoPa.net bei der Gildemeister AG, ob diese tatsächlich ein Unternehmenspartner der Bürger speichern Energie eG sei, antwortete Unternehmenssprecherin Nadja Sölter:

Zitat:

Diese Genossenschaft Bürger speichern Energie eG wird von einem Kunden von uns beliefert. Unser Kunde hat einen großen cellcube FB 400 im Besitz.


 So ist die Genossenschaft lediglich an einem cellcube beteiligt und nicht an mehreren, wie der Homepage zu entnehmen ist. Und sie besitzt nicht einmal einen ganzen Speicher für sich allein. Die behauptete Unternehmenspartnerschaft zur Gildemeister AG ist bestenfalls eine Produktpartnerschaft und auch nur indirekt über einen Kunden der Gildemeister AG.

 Von den beiden anderen "starken Partnern" auf der Homepage der Bürger speichern Energie eG konnten wir eine Firma namens Math Omega Energy Management nirgends finden.

 Die außerdem angegebene WF Plain Assets 1 GmbH & Co. KG wurde vor gut einem Jahr gegründet und befindet sich in der Poststraße 13 in Hauzenberg in Niederbayern.

 An dieser Adresse befindet sich laut Impressum der Genossenschafts-Homepage auch der Geschäftssitz der Bürger speichern Energie eG.

 In allen offiziellen Vertragsunterlagen (Beitrittserklärung für die Genossenschaftsmitglieder, Stromvertrag mit der Genossenschaft) wird als Genossenschaftsadresse Juri-Gagarin-Ring 2 in Erfurt angegeben.

 Die Satzung der Genossenschaft vom 2. April 2013 gibt im Paragraphen 1, Absatz 1 als Sitz der Genossenschaft Jena an.

 Als GoMoPa.net die in den Beitrittserklärungen und Stromverträgen angegebene Nummer in Thüringen wählt, funktioniert die Leitung nicht.

Erst als GoMoPa.net die Telefonnummer im bayerischen Hauzenberg wählt, meldete sich eine Service-Dame.

 Als GoMoPa.net darum bat, die Vorstände Ekkehard Jung oder Rainer Huhn sprechen zu wollen, kannte die Dame die Genossenschafts-Chefs gar nicht. Sie fragte zurück: "Wen wollen Sie sprechen?" Direkt verbinden konnte sie nicht, sie rief später zurück und bat um eine schriftliche Anfrage.

 Als E-Mail gab sie info@wfb-energy.com an. Kurz darauf rief sie noch einmal an und berichtigte die E-Mail-Adresse auf info@buerger-speichern-energie.de.

 Die erste E-Mail-Adresse gehört einer WFB Plain Assets Energy GmbH & Co. KG. Sie ist praktisch eine Schwesterfirma der als starker Partner auf der Genossenschafts-Homepage angegebenen WF Plain Assets 1 GmbH & Co. KG. Beide Gesellschaften wurden am selben Tag (21. März 2012) und an selber Stelle (Poststraße 13) in Hauzenberg gegründet.

Genossenschafts-Aufsichtsrat Rainer Firnys

 Beide Gesellschaften werden von dem örtlich bekannten selbständigen Versicherungsagenten Rainer Firnys (41, Rainer Firnys Versicherungen) aus Hauzenberg geführt.

 Komplementärin (persönlich haftende Gesellschafterin) beider Schwesterfirmen ist die WFB Plain Assets Energy Vertriebs GmbH. Diese wurde in der Poststraße 13 in Hauzenberg schon am 19. November 2008 gegründet. Sie hat bis heute keine Bilanzen veröffentlicht.

 Auch hier ist Rainer Firnys Geschäftsführer, allerdings erst seit dem 14. März 2012, wenige Tage vor Gründung der beiden Schwester-Gesellschaften.

 Alle Stromkunden unterschreiben eine Einverständniserklärung, dass ihre personenbezogenen Daten der WF PLAIN ASSETS 1 GmbH & Co. KG "zum Zwecke der Antragsbearbeitung, zur Betreuung und Beratung sowie zur Qualitätskontrolle/-verbesserung" gespeichert werden.

Welche Beratungsqualität darf von Rainer Firnys erwartet werden?

 In der Poststraße 12 in Hauzenberg, dem Geschäftssitz der Strom- und Beteiligungsgenossenschaft, betreibt Rainer Firnys ein Netzwerk Bio. Es handelt sich um eine Agentur, deren Inhaber Firnys ist.

 Auf der dazugehörigen Internetseite Netzwerk-bio.eu unterhält Firnys einen Shop und verkauft als einziges Produkt 21 Sorten Haarfärbemittel (dauerhafte coloration) von der Firma Tints of Natural aus der englischen Hafenstadt Lymington am Ärmelkanal in der Grafschaft Hampshire. Die 120 Milliliter-Flasche kostet bei Firnys 10 Euro.

Ekkehard Jungs 300-Euro-Firma

 Geflügelschlachter Ekkehard Jung, der Vorstandsvorsitzende der Bürger speichern Energie eG, ist seit dem 7. März 2013 gemeinsam mit dem Berliner Jens-Uwe Geyer (42) Geschäftsführer einer am 21. November 2012 gegründeten J&G (Jung & Geyer) neue Energie System Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Sitz ist der Gutshof 1 in Jungs Heimatstadt Luckau bei Cottbus. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 300 Euro.

 Partner Geyer hat am 21. November 2012 auch noch eine L&H Energy-Projekt UG in der Siemensstraße 7 in Berlin Moabit gegründet. Auch diese Gesellschaft hat ein Stammkapital von 300 Euro.

 Komplementär dieser L&H Energy-Projekt UG ist die von Geyer geführte und am 20. Dezember 2012 gegründete L&H Solar-Projekt UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG. Gegenstand ist nicht etwa der Vertrieb oder eine Investition in ein Energy-Projekt, nein, Gegenstand ist "die Verwaltung eigenen Vermögens".

Der Vorstandsvorsitzende der Bürger speichern Energie eG, Ekkehard Jung, gab GoMoPa.net folgendes schriftliche Interview:

1. GoMoPa.net: Herr Jung, Herr Huhn, Sie kommen ja beide aus der Tierzucht, was war der Anlass für Sie, die Bürger speichern Energie eG zu gründen? Gibt es da für Sie ein Vorbild?


 Jung: "Bereits vor mehr als 2 Jahren lernten wir uns im Rahmen unserer beider Tätigkeiten im regenerativen Bereich auf der InterSolar kennen und stellten Gemeinsamkeiten im Gedankenprozess einer zukünftigen erfolgreichen Fortführung der regenerativen Energiewende ohne das Förderinstrument EEG fest.

 So entwickelten wir im Verlaufe von mehr als 2 Jahren unter Einbindung weiterer Fachleute ein Konzept, welches die Möglichkeit eröffnet, die im Verlaufe der Existenz des EEG-Gesetzes meist als Insellösung errichteten PV-Anlagen als Energieerzeuger zu bündeln, ohne den Vorteil der EEG-Vergütung für jeden einzelnen Besitzer zu gefährden und auf Grund eines zentralen, professionellen Energiemanagements die Effizienz jeder einzelnen Anlage zu steigern und somit die Stromgestehungskosten zu senken. Im Rahmen dieser Konzeption wurde auch der Einsatz von Speicherlösung geprüft und so eine Kooperation mit der Firma Gildemeister geschlossen.

 Durch die Bündelung von bestehender Energieerzeugerleistung und dem Einsatz von ständig verfügbaren Zwischenspeichersystemen eröffnen sich weitreichende Möglichkeiten, sowohl der stabilen und sicheren Stromversorgung direkter Verbraucher, unabhängig des EEG, sowie der zukünftigen Teilnahme am Regelenergiemarkt. Nach weitreichender Überlegung kam für die Umsetzung dieses anspruchsvollen Konzeptes nur eine Genossenschaft in Frage, deren Vorteile sich in Basisorientierung, Bürgernähe und Transparenz darstellen."

2. GoMoPa.net: Wie wollen sie den Strompreis von 19,9 Cent halten, während andere Anbieter mehr als 28 Cent verlangen?

 Jung: "Der Strompreis von 19,9 Cent gilt als Einstiegsangebot für den Zeitraum von 6 Monaten, ähnlich einer Umstellungsprämie, wie Sie andere Anbieter offerieren. Anschließend bekommen die Genossen für 24 Monate einen Preis von 22,22 Cent/kWh. Die von Ihnen genannten 28,0 Cent/kWh sind die Höchstpreise am Energiemarkt."

3. GoMoPa.net: Offensichtlich setzen Sie auf die Speicher von Gildemeister. Die sind so teuer, dass sie sich nur Industriefirmen oder Stadtwerke leisten können. Wie wollen Sie die vielen Speicher bezahlen, die Sie brauchen werden, wenn Sie den Strom deutschlandweit zu dem Billigpreis anbieten wollen?

 Jung: "Teuer ist relativ. Einzig die Nutzungsmöglichkeiten und deren tatsächliches wirtschaftliches Ergebnis können die Investitionsstrategie in Speichersysteme bestimmen. Gildemeister ist einer der wenigen deutschen Speicherproduzenten, welche mit Ihrem System eine Tiefenentladung sowie hohe Zykluszahlen gewährleisten können. Überdies können wir die Präqualifikationsbedingungen für den PRL, SRL und MLR erfüllen.

 Die Speicher werden durch die Genossenschaftsanteile sowie über Banken finanziert und finden ihre Anwendung in den Regionen, in denen die Genossenschaftsmitglieder ihre PV-Anlagen, Windräder, Wasserkraftwerke und Biogasanlagen betreiben. Gemeinsam mit unseren Dienstleistungspartnern nehmen wir mit den Speichersystemen am Regelenergiemarkt teil."

4. GoMoPa.net: Könnten Sie bitte in einfachen Worten erklären, wie das Provisionsprinzip "Genossen werben Genossen" in den acht Stufen praktisch funktioniert?

 Jung: "Zum Provisionsprinzip können wir keine Aussage treffen, da der Vertrieb der Stromverträge einzig und alleine durch die Firma WF PLAIN ASSETS 1 GmbH & Co. KG erfolgt."

5. GoMoPa.net. Welche Rolle kommt den Kooperationspartnern DIS GmbH aus Deggendorf und WF PLAIN ASSETS 1 GmbH & Co. KG zu?

 Jung: "Die DIS GmbH ist uns nicht bekannt. (Anmerkung der Redaktion: Alle Stromkunden müssen unterschreiben, dass persönliche Daten an diese DIS GmbH aus Deggendorf gemeldet werden und dass diese DIS GmbH die Kunden anrufen darf). Wie in Frage 4 bereits beantwortet, besteht ein Dienstleistungsvertrag zwischen der Bürger speichern Energie eG und der WF PLAIN ASSETS 1 GmbH & Co. KG zum bundesweiten Vertrieb der Stromverträge."

6. GoMoPa.net: Was genau ist und macht die Math Omega Energy Management (eine Firma diesen Namens ist nirgendwo eingetragen)?

 Jung: "Die Firma MATHO Energie Management GmbH ist Dienstleister für die Genossenschaft zur Klärung von Netzverknüpfungspunkten, zum Aufstellen der Speichersysteme. Des Weiteren werden von der Firma MATHO Energie Management GmbH die Lastgangberechnungen für Industriekunden vorgenommen und die technischen und elektrotechnischen Infrastrukturen geplant."

7. GoMoPa.net: Wie viele Genossenschaftsmitglieder zählt die Genossenschaft im Augenblick?

 Jung: "Derzeit zählt die Genossenschaft 380 Mitglieder, mit einer regenerativen Gesamtleistung von 72,4 MW. Die Produktionsstandorte der Mitglieder-Anlagen werden innerhalb der nächsten 4 Wochen auf unserer Homepage veröffentlicht."

8. GoMoPa.net: Warum ist ihr einziges Referenzobjekt wiederum eine eigenständige Genossenschaft? Wie viele Genossen hat diese BürgerEnergie Göldenitz eG?

 Jung: "Bei der PV-Anlage Göldenitz handelt es sich nicht um unser einziges Referenzobjekt. Jede bereits installierte Anlage unserer Mitglieder zählt für uns als Referenz. Diese werden, wie zu Frage 7 bereits beantwortet, zeitnah auf unserer Homepage veröffentlicht.

 Das Projekt Göldenitz ist im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages an die Bürger speichern Energie eG übergegangen. Derzeit verhandeln die Vorstände mit weiteren regionalen Genossenschaften, um diese in das regionale Versorgungskonzept der Bürger speichern Energie eG einzubinden."

9. GoMoPa.net: Wurde bereits ein Aufsichtsrat bestimmt, wer sind die Mitglieder?

 Jung: "Im Rahmen der Generalversammlung wurden folgende Aufsichtsratsmitglieder gewählt: Herr Rainer Firnys, Herr Horst Neuber und Herr Alexander Wittmann.

 Abschließend möchten wir Sie darüber in Kenntnis setzen, dass im Rahmen unserer Informationspflicht gegenüber unseren Mitgliedern, Ihre Fragen, nebst unseren Antworten, auf unserer Homepage veröffentlichen werden."

GoMoPa.net: Herr Jung, wir danken für das Interview.

 Ein Neuber wurde GoMoPa.net als Hintermann einer MIXenergy e.G. Energiegenossenschaft aus Berlin genannt, die im Jahre 2011 von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte aus Berlin und einem Aufsichtsrat dieser Energiegenossenschaft auf GoMoPa.net als Luftnummer und reine Provisionsschinderei-Maschine enttarnt wurde. Nun denn...

Orig. Quelle: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=1163&meldung=Buerger-speichern-Energie-eG-Billigstrom-aber-nur-wer-investiert