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Mittwoch, 19. Juni 2013

Fed hat Bitcoin und Paypal im Visier

Die stellvertretende Fed-Vorsitzende Janet Yellen machte auf der Konferenz in Schanghai auch Bitcoin und Paypal zum thema.

SCHANGHAI – Die US-Notenbank Federal Reserve prüft mögliche Risiken bei Online-Zahlungsanbietern wie Paypal oder Bitcoin. Das sagte die stellvertretende Vorsitzende Janet Yellen am Montag bei einer geldpolitischen Konferenz in Schanghai. „Wir haben bei der Fed und mit Bankenverbänden gesprochen und versuchen zu verstehen, welche Probleme diese neuen Zahlungsmechanismen verursachen können", antwortete Yellen bei einer Podiumsdiskussion auf die Frage, wie Anbieter wie die Ebay-Tochter Paypal in den USA beaufsichtigt werden.

Yellens Aussagen haben besonderes Gewicht, weil sie als Favoritin auf die Nachfolge von Fed-Chef Ben Bernanke gilt, dessen Amtszeit Anfang kommenden Jahres endet. Die US-Behörden haben Anbieter von Online-Bezahldiensten schon seit Monaten verstärkt im Visier. Das Finanzministerium hatte im März entschieden, dass Unternehmen, die im Internet Währungen ausgeben oder tauschen, den Geldwäscheregelen unterliegen. Im Mai hatte das Innenministerium ein Konto der Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox eingefroren, da das Unternehmen und eine Tochter „Teil eines nicht lizensierten Gelddienstleistungsgeschäfts" seien.

Internetwährungen werden beliebter, weil sie bei vielen Onlineshops akzeptiert werden. Zudem profitieren sie von den Sorgen der Kunden um Datenschutz, Skepsis gegenüber traditionellen Währungen und nicht zuletzt der Möglichkeit, so Geldwäsche zu betreiben.

Eine der schnellsten wachsenden Alternativwährungen ist Bitcoin. Die Onlinewährung gibt es seit 2009. Sie wird weder durch eine Notenbank gestützt, noch durch einen zentralen Verwalter reguliert.

In der vergangenen Woche hatten die US-Behörden Klage gegen die Betreiber von Liberty Reserve erhoben. Durch die digitale Währung soll Schwarzgeld im Wert von etwa 6 Milliarden US-Dollar gewaschen worden sein. „Das ist sehr wohl auf unserem Radarschirm. Wir versuchen gründlich, die Risiken zu identifizieren", sagte Yellen in Bezug auf die diese neuen Bezahlsysteme.

>>> http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887324063304578522923215236306.html

Freitag, 16. September 2011

Opfer erstatteten nicht mal Anzeige - Ponzi des Ulrich Engler

Ulrich Engler erleichterte vor vier Jahren etliche Leute um insgesamt 300 Millionen Euro. Die Opfer haben ihn bislang nichtmal angezeigt.
Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Ein Betrüger namens Ulrich Engler nutzte vor rund vier Jahren die Gier etlicher Geldanleger und erleichterte sie um rund 300 Millionen Euro. Bis heute ist er untergetaucht. Vor Gericht standen bisher nur Vertreter, die für ihn tätig waren. Einer von ihnen wurde jetzt in Rosenheim verurteilt.

Der angeklagte Finanzkaufmann aus dem Landkreis Rosenheim arbeitete für die Firma Englers. Diese tat unter anderem so, als könne sie Sportvereinen Werbeverträge renommierter Firmen vermitteln und strich das Geld ein, ohne dass Verträge zustandegekommen wären. Aber auch Privatleute vertrauten dem Betrüger und den in seinem Vetriebsnetz arbeitenden Finanzmaklern riesige Summen an. Sie glaubten offenbar wirklich an die versprochenen 70 Prozent Zinsen.

Der Finanzmakler, der nun in Rosenheim angeklagt war, konnte mit der Vermittlung dieser dubiosen Anlageform vor vier Jahren noch eine Gesamtprovision von 461000 Euro einstecken. Doch die Kunden mussten nicht nur auf die Zinsen verzichten, sondern sahen auch ihr Geld nie wieder. Es handelte sich um ein klassisches Schneeballsystem.

Dem Angeklagten war nicht nachzuweisen, dass er von den Betrugsabsichten des Haupttäters gewusst hätte, der in vielen Staaten von der Polizei gesucht wird. Damit schied der Vorwurf des Betruges aus. Wichtige Finanzblätter hatten seit April 2007 allerdings vor diesen speziellen Geldanlagen gewarnt. Der Finanzmann hätte also ahnen können, dass er für einen Betrüger arbeitete. Aber immerhin verkaufte er bis Juli 2007 die Anlagen gewinnbringend.

Verblüffend ist, dass von keinem der Geschädigten Anzeige erstattet wurde. 19 der 50 antworteten nicht einmal auf Nachfragen der Polizei. Die Vermutung liegt nahe, dass die Betroffenen Sorge hatten, nach einer Anzeige vom Finanzamt verfolgt zu werden, weil sie möglicherweise nicht hätten nachweisen können, woher das Geld, das sie investierten, stammte. Schwarzgeld wird häufig in der Hoffnung auf große Renditen auf diese Weise "geparkt"

Eine andere juristische Regelung brachte den Finanzberater dennoch vor Gericht: Derlei Finanzgeschäfte mit Staaten außerhalb der EU bedürfen einer besonderen Genehmigung durch die Banken-Aufsichtsbehörde BAFIN, was im Kreditwesengesetz geregelt ist. Diese Genehmigung hatte der Angeklagte, wie viele seiner Kollegen, nicht eingeholt. Die deutsche Justiz beschlagnahmte deshalb die Konten des Angeklagten und stellte wenigstens knapp 150000 Euro sicher.

Der Vorsitzende Richter Heinrich Loeber befand am Ende, 90 Tagessätze à 37 Euro, was einer Geldstrafe von insgesamt 3330 Euro entspricht, seien als Strafe ausreichend. Das Geld auf seinem Konto sieht der Angeklagte aber nicht wieder. Das behält der Staat ein.

Orig. Quelle:  http://www.rosenheim24.de/land/opfer-erstatteten-nicht-anzeige-rosenheim24-1405763.html

Wie man sieht, müssen auch die Vermittler mit Strafen rechnen - sogar ganz ohne von Opfern/Geschädigten angezeigt zu werden.