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Freitag, 2. August 2013

Cyberkriminelle machen Blogger das Leben zur Hölle

Da soll nochmal jemand fragen, wieso wir Blogger hier unter einem Nicknamen unterwegs sind....

Brian Krebs ist Sicherheitsforscher und treibt sich in Onlineforen herum, die der Bodensatz des World Wide Web zur Kommunikation nutzt. Hacker, Cracker, Identitätsdiebe und Drogenhändler treiben sich dort herum. Dass er sich mit seinem Sicherheitsblog, in dem er über das Treiben dieser Menschen berichtet, im Untergrund keine Freunde macht, versteht sich von selbst. In einem Blogeintrag schildert Krebs jetzt, wie ihm die Cybermafia das Leben zur Hölle macht.
Foto: Brian Krebs
Einmal habe nach einem Fake- Anruf Cyberkrimineller ein Trupp von zwölf schwerbewaffneten Polizisten wegen einer vermeintlichen Geiselnahme sein Haus umstellt, ein anderes Mal habe er festgestellt, dass irgendjemand einen 20.000 Dollar schweren Kredit auf seinen Namen aufgenommen habe. Hacker sollen sein Kabelfernsehen für drei Jahre im Voraus bezahlt haben – mit geklauten Kreditkarten. Die Methoden, mit denen Cyberkriminelle Krebs fertigmachen wollen, sind vielfältig.
Ihr neuester Streich: Sie wollten Krebs als Drogensüchtigen hinstellen und haben über den Onlineschwarzmarkt Silk Road kurzerhand Heroin auf seine Adresse bestellt. Ihr Plan: Nach der Lieferung bei der Polizei anrufen und Krebs die Bestellung in die Schuhe schieben. Der Sicherheitsforscher hatte das Forum, in dem das Komplott geschmiedet wurde, allerdings längst infiltriert.

Mit Bitcoins im "Deep Web" auf Shoppingtour

Ein mutmaßlich russischer Cyberkrimineller, der unter Pseudonymen wie "Fly", "Flycracker" und "MUXACC1" auftritt, hatte in dem Forum einen Beitrag eröffnet, in dem er andere User des Hackerforums auffordert, Bitcoins – eine anonyme Onlinewährung - auf ein eigens erstelltes Spendenkonto einzuzahlen. Der Zweck des Kontos: Heroin kaufen. Es dauerte nicht lang, bis die Kriminellen zwei Bitcoins im Wert von rund 150 Euro zusammenhatten, wie Krebs, der die ganze Aktion in Echtzeit beobachtete, auf seinem Blog  schildert.
Mit den beiden gesammelten Bitcoins gingen die Cyberkriminellen im "Deep Web" (siehe Infobox) auf Einkaufstour - in jenem Teil des Internets, der nur über den Anonymisierungsdienst Tor zugänglich ist. Der Onlineschwarzmarkt Silk Road dient dort als Anlaufstelle für den Handel mit Drogen, Pornos, aber auch Falschgeld. Zwar glaubten sich die Kriminellen unbeobachtet, doch sie wurden von Krebs die ganze Zeit überwacht.

Krebs kündigte der Polizei den Fake- Anruf an

So kam es auch, dass Krebs mitverfolgen konnte, wie "Flycracker" zehn winzige Säckchen Heroin bestellte. Der dafür verwendete Benutzername: "briankrebs7". Der Verkäufer, ein unter dem Pseudonym "Maestro" agierender Drogenhändler, akzeptierte die Bestellung und sicherte dem Käufer zwei Säckchen Heroin extra zu. Drei Tage werde der Versand an die Adresse von Krebs dauern, prognostizierte er. Der Plan schien perfekt. Die Kriminellen brauchten nur noch die Polizei zu alarmieren und Krebs würde als Drogensüchtiger dastehen.
"Flycracker" und seine Lakaien hatten aber die Rechnung ohne Krebs selbst gemacht. Der Sicherheitsforscher alarmierte kurzerhand das FBI und die lokale Polizei und warnte einen Beamten vor, dass in den nächsten Tagen eine Drogenlieferung auf seine Adresse gemeldet werden sollte, es sich dabei aber um den Versuch handle, ihm etwas anzuhängen. Der Polizist, der bei der Einvernahme erzählt haben soll, er wolle eines Tages "weg vom Internet und Google", notierte die Aussage und sagte Krebs zu, man werde den Anruf der Ganoven erwarten.

Heroin kam in unscheinbarem Express- Brief

Tatsächlich kam die Lieferung für Krebs, eine unscheinbare Express- Sendung aus Chicago, dann sogar einen Tag früher an als erwartet. Der Inhalt: Das Hochglanzmagazin "Chicago Confidential", auf dessen letzter Seite mit Klebeband 13 kleine Säckchen mit weißem Pulver befestigt waren. Krebs kontaktierte den Polizisten, den er bereits vorab über die Sendung informiert hatte, und dieser kam zum Haus von Krebs.
Weil er keine Heroin- Schnelltests mehr hatte, konnte er nicht mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass Krebs tatsächlich Suchtgift geschickt worden war. Die Bewertungen auf Silk Road hätten jedoch dafür gesprochen. Jetzt wartet der Sicherheitsforscher auf die Analyseergebnisse der Polizei. Der geplante Anruf der Cyberkriminellen, die ihm die Sache anhängen wollten, blieb unterdessen aus. Es ist durchaus denkbar, dass sie die Lunte gerochen haben und schon das nächste Komplott gegen Krebs planen.

-  http://www.krone.at/Digital/Cyberkriminelle_machen_Blogger_das_Leben_zur_Hoelle-Heroin_in_der_Post-Story-370863

Montag, 8. Juli 2013

Parlament verabschiedet härtere EU-weite Strafen für "Cyberkriminelle"

Sogenannte Cyberkriminelle werden in der EU demnächst härter bestraft, nachdem das Parlament am Donnerstag entsprechende Vorschriften angenommen hat. Der Richtlinienentwurf, der bereits informell mit den Mitgliedstaaten vereinbart wurde, zielt auch darauf ab, die Prävention zu erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz in diesem Bereich zu verbessern.

Im Falle eines Cyberangriffs werden die EU-Länder auf dringende Bitten um Hilfe innerhalb von acht Stunden reagieren müssen.



Der Richtlinienentwurf verpflichtet die EU-Länder, dass sie ihre höchsten Haftstrafen auf mindestens zwei Jahre für jene Verbrechen festlegen, bei denen illegal auf Informationssysteme zugegriffen wurde oder diese gestört wurden, illegal die Datenübertragung gestört wurde, illegal Abhörsysteme für Kommunikation genutzt wurden oder absichtlich Tatwerkzeuge hergestellt und vertrieben wurden, mit denen diese Straftaten begangen werden können. "Leichte Fälle" sind ausgeschlossen, aber die Mitgliedstaaten können festlegen, was als leichter Fall gilt.

"Botnetze"

Der Text sieht eine Strafe von mindestens drei Jahren Haft für die Verwendung von "Botnetzen" vor, z.B. zur ferngesteuerten Kontrolle über eine bedeutende Anzahl von Computern, indem diese mit Schadsoftware infiziert werden.

Angriffe auf kritische Infrastrukturen

Angriffe auf "kritische Infrastrukturen" wie Kraftwerke, Verkehrsnetze und Regierungsnetzwerke können zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe führen. Das gleiche gilt, wenn ein Angriff von einer kriminellen Vereinigung durchgeführt wurde oder wenn er schwere Schäden verursacht.

Eine Frist von acht Stunden für dringende Anfragen

Die Mitgliedstaaten müssen über eine operative nationale Kontaktstelle verfügen, um binnen höchstens acht Stunden auf dringende Bitten um Hilfe im Fall von Cyberangriffen zu reagieren, so dass die polizeiliche Zusammenarbeit effektiver gestaltet werden kann.

Die Verantwortlichkeit juristischer Personen

Juristische Personen wie beispielsweise Unternehmen würden für eine Straftat verantwortlich gemacht werden können, die zu ihren Gunsten (z. B. für die Einstellung eines Hackers für den Zugriff auf die Datenbank eines Mitbewerbers) verübt wurde. Sanktionen könnten den Ausschluss von öffentlichen Zuwendungen oder die Schließung von Einrichtungen beinhalten.

Die nächsten Schritte

Der Text, der mit 541 zu 91 Stimmen bei 9 Enthaltungen angenommen wurde, wird voraussichtlich in Kürze vom Rat formal verabschiedet werden. Die neue Richtlinie baut auf Regeln auf, die seit 2005 in Kraft sind. Einmal angenommen, werden die Mitgliedstaaten zwei Jahre lang Zeit haben, diese in nationales Recht umzusetzen.


Verfahren: Mitentscheidungsverfahren (Ordentliches Gesetzgebungsverfahren), Einigung in erster Lesung
REF : 20130701IPR14763
 

Dienstag, 25. Juni 2013

Bei Anruf Spam - Betrüger wollte IT-Experte in die Falle locken



Cyberkriminelle nutzen verschiedene Strategien, um Rechner mit Schadcode zu infizieren und ahnungslose Internetnutzer auszuspionieren. Ihre neueste Masche: Spam- Anrufe. Die Täter geben sich dabei als Kundenservice- Mitarbeiter aus, die aufgrund angeblicher PC- Probleme Zugriff auf den Rechner des Nutzers benötigen. In einem besonders kuriosen Fall gerieten die Ganoven jetzt aber an den Falschen, nämlich Eddy Willems, seines Zeichens Experte des Sicherheitsanbieters G Data. Der zeichnete das Gespräch kurzerhand auf und veröffentlichte es als Video im Internet.

"Vor ein paar Tagen erhielt ich einen Anruf auf meinem Festnetzanschluss. Ich sah auf dem Display, dass die Rufnummer des Anrufers 'unbekannt' war und vermutete daher einen Anruf eines Journalisten. Es war jedoch dieses Mal jemand ganz anderer: ein angeblicher Computer- Helpdesk- Mitarbeiter mit indischem Akzent, der mich davon überzeugen wollte, seine Ratschläge zu befolgen", schildert Willems den Vorfall. Sofort hätten seine inneren Alarmglocken geschrillt. Instinktiv zeichnete der Sicherheitsexperte das Gespräch auf, in dem ihn der Anrufer wegen angeblicher PC- Probleme dazu aufforderte, die Windows- Befehlszeile zu öffnen.

Besonders kurios: Selbst als Willems dies verweigerte und sich als Sicherheitsexperte eines Herstellers von Antiviren- software zu erkennen gab, gab der Täter nicht auf, wechselte schließlich sogar seine Taktik: Um an persönliche Informationen wie zum Beispiel die E- Mail- Adresse zu gelangen, bot er Willems eine Stelle in einem angeblichen Servicecenter an, die dieser jedoch – wenig überraschend – ablehnte. Danach endete das im Nachhinein von G Data als Video (siehe oben) im Internet veröffentlichte Gespräch abrupt.

So gehen die Telefonbetrüger vor

Dem Sicherheitsunternehmen nach gestaltete sich der Anruf typisch für diese Form des Betrugs: Die Täter suggerieren zunächst angebliche Probleme beim PC des Opfers und fordern dieses daher auf, die Windows- Ereignisanzeige zu öffnen, um angebliche Probleme aufzuzeigen. Oft sind hier zahlreiche Fehler dokumentiert, die allerdings harmlos und eher unbedeutend sind.
Um das Problem zu lösen, versuchen die vermeintlichen Support- Mitarbeiter anschließend, Anwender zur Installation und Ausführung eines Programms zu bewegen, hinter dem sich allerdings gefährlicher Schadcode verbirgt. Im Regelfall ist diese angebliche Hilfestellung auch kostenpflichtig, sodass die Täter mit dieser Masche auch noch Geld verdienen.

Sicherheitstipps

Damit es Ihnen nicht ähnlich ergeht, sollten Sie laut G Data folgende Sicherheitstipps beachten:
  • Verlassen Sie sich nicht auf Bezeichnungen wie "Windows- Experte" und seien Sie misstrauisch, wenn der Anrufer darauf beharrt, ein "Microsoft- Partner" zu sein. Dieser Status lässt sich von fast allen Unternehmen ohne großen Aufwand erreichen.
  • Geben Sie bei unseriösen Telefongesprächen unter keinen Umständen persönliche Daten wie Name, Telefonnummer oder E- Mail- Adresse oder Details über die Software und Ausstattung Ihres Computers bekannt.
  • Zahlen Sie auf keinen Fall für die angebotenen Dienstleistungen.
  • Kommen Sie den Aufforderungen, eine bestimmte Internetseite zu besuchen oder Software zu installieren, nicht nach, da sich dahinter im Regelfall gefährlicher Schadcode verbirgt.
  • Beenden Sie das Gespräch im Zweifelsfall und legen Sie den Hörer bei Betrugsversuchen am Telefon einfach auf.
Orig. Quelle >>>  http://www.krone.at/Digital/Betrueger_wollte_IT-Experte_in_die_Falle_locken-Bei_Anruf_Spam-Story-366362