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Dienstag, 21. Mai 2013

Frühere MEG-Chef erhielt aus den USA "unfassbar gutes" Angebot - Neues Geschäftsmodell: Göker setzt auf Videomails

Kassel. Der frühere MEG-Chef Mehmet Göker will keine privaten Krankenversicherungen mehr vermitteln, sondern künftig sein Geld mit Videomails verdienen. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, steigt der 34-Jährige von der Türkei aus in das Geschäft mit Videomails beim US-Unernehmen Talk Fusion ein.



Will jetzt mit Videomails Geld machen: Mehmet Göker neben dem Filmplakat, das für die Dokumentation „Versicherungsvertreter“ von Klaus Stern wirbt.

Göker, gegen den ein internationaler Haftbefehl besteht, erklärte am Freitagmittag telefonisch gegenüber der HNA, dass ihm das US-Unternehmen, das in Florida seinen Hauptsitz hat, ein „unfassbar gutes Angebot“ gemacht habe, das ihm geschmeichelt habe und er nicht habe ablehnen können.

Talk Fusion ist eine Erfindung des Amerikaners Bob Reina, die vor allem auf schnellen Videos in E-Mails basiert. Es handelt sich um ein sogenanntes Multilevel-Marketing. Bei solchen Systemen werden Kunden animiert, als Vertriebspartner weitere Kunden anzuwerben.

Seine Aufgabe sei es, so Göker, den Vertrieb des Unternehmens in Deutschland, Österreich, der Schweiz, der Türkei, Serbien, Kroatien und Bosnien aufzubauen. Schon derzeit stünden ihm „mehrere Tausend Vertriebler“ dafür zur Verfügung. Sein Ziel sei es, bis Ende 2014 die Zahl der Vertriebler zu „verzehnfachen“, auf 80 000 Mitarbeiter auszubauen.

Wie ist Talk Fusion auf ihn gekommen? „Durch die Presse“, sagt der 34-Jährige, der derzeit in der Türkei lebt. Es habe zwar viele Zeitungsberichte gegeben, in denen er „nicht gut rübergekommen“ sei. Konzerne wie Talk Fusion setzten aber auf Mitarbeiter, die sich durch „ehrliche Arbeit“ etwas geschaffen hätten. Das Unternehmen sei auch darüber informiert, dass die Staatsanwaltschaft Kassel gegen ihn ermittele.

Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft gegen Göker und seinen früheren Generalbevollmächtigten Vincent Ho (27) Anklage wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen und des Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz erhoben. Darauf steht Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Vincent Ho sitzt in Kassel-Wehlheiden in Untersuchungshaft. Dort würde Göker wegen des Haftbefehls ebenfalls landen, wenn er nach Deutschland einreist. Kommt er zum Prozess nach Kassel, wenn die Anklage zugelassen wird? „Wenn es die Umstände zulassen, werde ich erscheinen“, sagt Göker. „Falls es eine Strafe gibt, dann werde ich sie akzeptieren. Aber ich gehe von einem Freispruch aus.“

Eins steht fest: Das Verfahren wird nicht in Abwesenheit von Göker stattfinden. Das bestätigt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ergo müsste Göker vor Gericht erscheinen, wenn er jemals wieder in Deutschland leben oder arbeiten will. Und das ist sein erklärtes Ziel. Vorerst wolle er den Vertrieb für Talk Fusion noch von der Türkei aus aufbauen.

>>> http://www.hna.de/lokales/kassel/goeker-setzt-videomails-2911534.html

Weitere Infos zu Mehmet E. Göker >>> http://regiowiki.hna.de/Mehmet_E._Göker

Sonntag, 18. Dezember 2011

Der International mit Haftbefehl gesuchte Ulrich Engler macht wieder Schlagzeilen: Thyrnau: Axel Schulz fiel auf Rendite-Schwindel herein

Selbst Boxlegende Axel Schulz hatte − wie es Strafrichter Stefan Kolb formulierte − offenbar "nur mehr Dollarzeichen in den Augen". Zusammen mit einem befreundeten Steuerberater aus Neuhaus am Inn (Lkr. Passau) fiel er auf Renditeversprechungen von jährlich 50 Prozent und mehr herein. Der Vermittler, ein ehemaliger Finanzdienstleister aus Thyrnau (Lkr. Passau), hatte sich jetzt vor dem Landshuter Amtsgericht zu verantworten: Aber nicht etwa wegen Betrugs, sondern lediglich wegen unerlaubten Betreibens von Finanzdienstleistungen.

Der Drahtzieher einer der spektakulärsten Anlagebetrügereien der letzten Jahrzehnte ist auf der Flucht: Von Ulrich Engler (50), der seine Kunden nach Schätzungen der federführenden Staatsanwaltschaft Mannheim um rund 300 Millionen Euro betrogen hat, fehlt jede Spur. Zuletzt hatte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin in Florida/USA residiert, eine Villa in Bonita Springs besessen und ein luxuriöses Leben geführt.

Von dort aus soll er in den Jahren 2005 bis 2007 ein riesiges Schneeballsystem initiiert haben, indem er vortäuschte, durch sogenannte Day-Trading-Geschäfte an der amerikanischen Börse hohe Gewinne zu erzielen. Die Anlagen der letztlich geprellten Kunden waren als Darlehen für die Engler-Firma "Private Commercial Office Inc. (PCO)" getarnt. Ihnen waren jährliche Zinsen von 50 bis 70 Prozent versprochen worden. Über 6000 Geschädigte in Deutschland, Österreich und der Schweiz überwiesen zum Teil hohe Summen auf die Bankkonten des "Finanzgenies".

Während nach Engler nach wie vor mit internationalem Haftbefehl gefahndet wird − für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, sind bis zu 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt −, wird den meist deutschen Vermittlern nach und nach der Prozess gemacht. Darunter

Vermittler zählen selbst zu Geprellten

auch einer Reihe von Finanzdienstleistern aus Niederbayern. Allerdings nicht etwa wegen Betrugs, wie bei derartigen Fällen üblich; denn es ließ sich nicht nachweisen, dass die Anlagen-Vermittler von den Betrugsabsichten Englers gewusst hatten, zumal sie in den meisten Fällen selbst zu den Geprellten zählten. Allerdings hätten allein die vom flüchtigen Betrüger bezahlten Provisionen von zwölf bis 38 Prozent die Vermittler stutzig machen müssen.

Eine andere juristische Regelung brachte sie und damit auch den Thyrnauer vor Gericht: Vermittlungen von Einlagengeschäften für Unternehmen mit Sitz außerhalb der EU bedürfen einer besonderen Genehmigung durch die Banken-Aufsichtsbehörde BaFin, so steht es im Kreditwesengesetz. Und diese Erlaubnis hatte der Finanzdienstleister aus Thyrnau nicht eingeholt.

Vor Strafrichter Kolb, wo ihm insgesamt 14 illegale Abschlüsse mit einer Gesamtsumme von knapp 700 000 Dollar vorgeworfen wurden, verteidigte sich der 52-Jährige damit, dass es sich nicht um Anlagen-, sondern um Kreditgeschäfte gehandelt habe und bei allen Anfragen, die er u. a. auch bei Anwälten getätigt habe, habe er "grünes Licht" bekommen. "Dass es sich um ein Schneeballsystem handelte, wusste ich nicht. Ich habe auch niemand etwas aufgeschwatzt, die Kunden sind zu mir gekommen", sagte er.

Darunter auch der Steuerberater und der prominente Boxer. Beide hätten in sechsstelliger Höhe investiert und zumindest anfangs − wie auch andere seiner Kunden − die versprochenen Ausschüttungen erhalten. Im Übrigen, so der Thyrnauer, sei er es gewesen, der Engler letztlich habe auffliegen lassen: "Ich bin mit dem Steuerberater nach Florida geflogen und habe dort drei Wochen lang recherchiert, schließlich haben sich sogar das FBI und der CIA eingeschaltet. So kam das Ermittlungsverfahren gegen Engler erst in Gang."

Außerdem habe er seine Kunden gewarnt, die hätten sich aber teilweise als beratungsresistent erwiesen. Er selbst, so der Thyrnauer, gehöre ebenfalls zu den Geschädigten: "Alle meine Ersparnisse samt Haus sind weg." Von Finanzgeschäften wolle er nichts mehr wissen, er sei dabei, sich eine neue Existenz auf einem anderen Gebiet aufzubauen.

Für das unerlaubte Betreiben von Finanzdienstleistungen verhängte Strafrichter Kolb eine Geldstrafe von 4000 Euro (200 Tagessätze à 20 Euro) und blieb damit erheblich unter dem Antrag von Staatsanwältin Sabine Klemt, die 350 Tagessätze à 30 Euro gefordert hatte. Verteidiger Ekkehart Heberlein verwies darauf, dass sein Mandant zum Tatzeitpunkt

Richter: Nur noch Dollarzeichen im Auge

aufgrund der Auskünfte, die er u. a. auch bei der BaFin eingeholt habe, davon ausgehen konnte, dass die Geschäfte nicht erlaubnispflichtig seien. Außerdem sei es seiner Initiative zu verdanken, dass der Riesenschwindel aufgeflogen sei und in den USA inzwischen das Insolvenzverfahren über das POC-Vermögen laufe, so dass die Geschädigten wenigstens zum Teil auf Rückflüsse hoffen könnten. Der Anwalt hielt 90 Tagessätze für schuldangemessen.

Strafrichter Kolb hielt in der Urteilsbegründung dagegen, dass bei dem Angeklagten als erfahrenem Finanzdienstleister bei jährlichen Zinsen von 50 Prozent und mehr die "Alarmglocken" hätten läuten müssen. Im Übrigen sah er auch eine Mitverantwortung bei den Geschädigten, die offenbar nur noch die Dollarzeichen im Auge gehabt hätten.

http://www.pnp.de/nachrichten/heute_in_ihrer_tageszeitung/bayern/?em_cnt=294600

Es wurde auch eine Belohnung von 10.000,-€ ausgelobt, finde ich ja mehr als lächerlich, wenn man bedenkt was dieser Betrüger für einen Schaden verursacht hat:


Fahndung nach dem mutmaßlichen Betrüger Ulrich Engler

Tatzeit: Tatort:
2005 - 2007 USA

Sachverhalt

Die Zielfahndung des LKA Baden-Württemberg sucht aufgrund eines internationalen Haftbefehles des AG Mannheim den deutschen Staatsangehörigen Ulrich Engler.

Engler wird dringend verdächtigt des gewerbsmäßigen Betruges in einer großen Zahl von Einzelfällen. Ihm wird vorgeworfen, von interessierten Kapitalanlegern in Deutschland, der Schweiz und Österreich Gelder eingworben zu haben unter der Vorspielung das Geld der Anleger für Aktiengeschäfte (Day-Trading) einzusetzen. In Wirklichkeit handelte es sich um ein klassisches Schneeballsystem, welches er im Zeitraum von 2005-2007 betrieb. Der den Anlegern allein in Deutschland entstandene Schaden beläuft sich auf ca. 100 Mio. US-Dollar.


Engler befindet sich seit Oktober 2007 vermutlich in Begleitung seiner Lebensgefährtin auf der Flucht.

Personalien

Name: Vorname:
Engler Ulrich
Geburtsdatum: Geburtsort:
28.03.1961 Andelfingen
Letzer Aufenthaltsort: Nationalität:
Cape Coral, Florida/USA deutsch

Personenbeschreibung

Größe: Figur:
181 cm kräftig
Erscheinung: Scheinbares Alter:
gepflegt -
Augenfarbe: Haarfarbe:
blau mittelblond
Besondere Merkmale:
Brille


 http://www.polizei-bw.de/fahndung/personenfahndung/bekannte_taeter/Seiten/090330Engler.aspx