Donnerstag, 14. Juni 2012

Rechtsstreit um Teldafax-Insolvenz: "Wir haben genug Beweise"

Hunderttausende Kunden hätten niemals einen Vertrag mit Teldafax abschließen dürfen. Der Insolvenzantrag des Stromhändlers kam zu spät. In der Not hatte der Konzern sogar mit Kriminellen verhandelt.

Es ist 12.45 Uhr, als im Amtsgericht Bonn am 14. Juni 2011 ein Schreiben eingeht. Der Vorstand der Teldafax Holding AG, Deutschlands größter Stromhändler, hat die Insolvenz beantragt. Keine Stunde später, um 13.38 Uhr, bestellt das Gericht den Düsseldorfer Anwalt Biner Bähr zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Bähr hat den Möbelhersteller Schieder abgewickelt und Hertie betreut, er ist ein erfahrener Mann. Mit einem Team von Anwälten fährt Bähr noch am selben Tag nach Troisdorf in die Teldafax-Zentrale.

Was er dort vorfindet, schockiert selbst ihn, 240.000 ungeöffnete Briefe, die Buchhaltung ist auf dem Stand von März. Mehr als 750.000 potenzielle Gläubiger hat das Unternehmen nun, so viele wie bei keiner anderen Insolvenz der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Ein Jahr ist das her. Bähr und seine Leute haben sich seitdem fast jeden Tag mit Teldafax beschäftigt. Im ehemaligen Konferenzraum des Vorstands haben sie ihren "War-Room" eingerichtet, Insolvenzanwälte, Betriebswirte und Energierechtler sitzen dort vor ihren Laptops, lesen Akten und werten E-Mail-Konten aus. "Ich habe noch nie so viel gelesen wie im vergangenen Jahr", sagt Bähr.

"Wir haben den Fall gerichtsfest aufgearbeitet"

Er bittet in sein Büro in der Düsseldorfer Innenstadt, ein helles, verglastes Eckzimmer. Die Rollos sind heruntergelassen, die Sonne steht direkt auf den Fenstern. Bähr trägt einen schwarzen Anzug, eine pastellfarbene Krawatte, die Haare akkurat gescheitelt. "Wir haben den Fall gerichtsfest aufgearbeitet", sagt er. "Heute wissen wir, schon seit Mai 2009 war das Unternehmen durchgängig insolvenzreif." Der Antrag am 14. Juni 2011 ist zwei Jahre zu spät gestellt worden. Hunderttausende Kunden hätten niemals einen Vertrag mit Teldafax abschließen dürfen.

Um Neukunden zu gewinnen, verkauft Teldafax Strom unter dem Einkaufspreis. Für ein paar Monate mag das gut gehen, aber über Jahre? Spätestens im Sommer 2009 mutiert das Unternehmen endgültig zu einem Schneeballsystem. Immer neue Kunden muss Teldafax finden, um finanzielle Lücken zu schließen. Mit jeder Kilowattstunde, die Teldafax verkauft, steigen auch die Stromsteuern.

Bereits 2008 ist zu erkennen, dass die gezahlten Steuerabschläge zu gering sind. Am 4. Juni 2009 fordert das Hauptzollamt Köln die Stromsteuern nach: 28,3 Millionen Euro schuldet das Unternehmen dem Fiskus. Das Zollamt schickt zwei Finanzbeamte zur Prüfung. Die Firma sei bilanziell überschuldet, schreiben sie in ihrem Gutachten, trotzdem räumt die Behörde eine Stundung ein. Am 1. September 2010, ein Jahr nach der Prüfung, zahlt Teldafax 13 Millionen Euro an den Fiskus, am 3. September fließen 12,4 Millionen Euro. Das Geld stammt aus einer Bonusaktion, die das Unternehmen im Sommer 2010 aufgelegt hat. Allein durch den Sommerrabatt entsteht dem Unternehmen mittelfristig ein Schaden von fast 20 Millionen Euro.


Rechtsstreit um Teldafax-Insolvenz

Tausende Euro an Kriminelle

Auch danach bleibt Teldafax klamm. In einer E-Mail vom 24. September 2010 räumt Teldafax-Chef Klaus Bath ein, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat. Teldafax habe fünf Millionen Euro auf dem Konto, schulde aber Lieferanten kurzfristig 32 Millionen Euro. "Wenn ich nun noch per Zehn-Prozent-Regel großzügig sieben Millionen Euro abziehe, besteht trotzdem aktuell eine Liquiditätslücke von rund 20 Millionen", schreibt er.

Der Teldafax-Vorstand verhandelte sogar mit Kriminellen

Seit dem Frühjahr 2009 versucht das Teldafax-Management deshalb, das Unternehmen zu verkaufen. "Am besten an einen dummen Russen oder Araber", erinnert sich einer, der dabei war. Doch zahlreiche Interessenten springen ab. Das Problem des Teldafax-Vorstandes: Es liegt kein testierter Jahresabschluss vor. Am 28. Oktober 2009 erhält Vorstandschef Bath Post. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO teilt ihm mit, dass sie die Prüfung der Bilanzen unterbrochen habe: "Die uns vorgelegten Unterlagen legen den Schluss nahe, dass die Gesellschaft zum 31. Dezember 2008 bilanziell überschuldet war und vermutlich auch aktuell weiterhin ist."

In der Not verhandelt der Teldafax-Vorstand sogar mit Kriminellen. Es muss 2009 gewesen sein, als sich ein Mann aus Kairo meldet, er sagt, er sei ein Vermittler und könne etwa 30 Millionen Dollar organisieren, es handele sich dabei um Lösegeld somalischer Piraten. Er bittet um eine Überweisung von 150.000 Euro, um "Vorlaufkosten" zu decken. Die Buchhaltung von Teldafax sendet das Geld nach Kairo.

Im Internet hat dieser Trick längst einen Namen: Nigeria-Scam. Häufig geht es dabei um kleine Beträge: Auf Immobilienportalen preisen Ganoven günstige Wohnungen in Toplage meistens in London oder Paris an. Wer sich meldet, bekommt eine E-Mail in der es heißt, der Vermieter sei gerade in Dubai oder Lagos, man könne die Wohnung aber sofort beziehen, sobald man einige hundert Euro in die Fremde überweist. Das Geld ist dann futsch.

"Rückblickend würde ich eine Sache anders machen"

Die Zahlung 2009 hat Klaus Bath angewiesen. Der ehemalige Feuerwehrmann ist bis März 2011 Chef von Teldafax. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Er möchte sich nicht mehr zum Fall Teldafax äußern. Im August und September 2011 ist er noch gesprächiger. Am Telefon erläutert er damals seine Sicht der Dinge. Nach dem Gespräch gibt er per E-Mail mehrere Zitate frei. Unter anderem: "Rückblickend würde ich eine Sache anders machen: Ich hätte schon, nachdem die ersten Zeitungen im Oktober 2010 über Teldafax berichtet haben, Insolvenz anmelden können."

Mitte September ist er sogar zu einem Treffen in Berlin bereit. Er bittet in ein Café am Kürfürstendamm. Mit einigen Minuten Verspätung trifft er ein. Er setzt sich an einen der runden Tische, die auf dem breiten Bürgersteig aufgestellt sind. Bath trägt einen schwarzen Anzug, der oberste Hemdknopf ist offen. Seinen Gewerkschafterbart hat er ordentlich gestutzt. Er bestellt schwarzen Kaffee und beginnt zu erzählen. Wie er Teldafax geführt hat, dass es kein Schneeballsystem war. Wie beim Telefonat besteht er darauf, dass das Gespräch vertraulich stattfindet, Zitate dürfen nur dann verwendet werden, wenn er sie schriftlich freigibt.

Wenige Monate nach dem Gespräch holt ihn sein autorisiertes Zitat ein. Ein Anwalt aus Süddeutschland droht ihm mit einer Schadenersatzklage, weil sein Mandant erst Ende Oktober 2010 einen Vertrag bei Teldafax unterschrieben hat. Seitdem schweigt Bath.

Kein Problem", sagt Insolvenzverwalter Bähr. "Wir haben genug Beweise."Auch gegen andere Gläubiger, die frühzeitig von der Schieflage bei Teldafax wussten, hat Bähr Material gesammelt. Vom Hauptzollamt verlangt er einen Großteil der Stromsteuer zurück, der Fußballclub Bayer Leverkusen soll 16 Millionen Euro an Sponsorengeldern zahlen und auch mit den Netzbetreibern, die den Teldafax-Strom durch ihre Netz leitete, verhandelt Bähr. Insgesamt fordert er mehr als 150 Millionen Euro zurück. Die Rechtsstreitigkeiten könnten Jahre dauern.

Orig. Quelle:  http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rechtsstreit-um-teldafax-insolvenz-wir-haben-genug-beweise-1.1381932-2

Montag, 11. Juni 2012

Landgericht Heidelberg verurteilt Life Plus zur Erteilung eines Buchauszuges

Mit Urteil vom 14.03.2012 (AZ 12 O 89/10 KfH) verurteilte das Landgericht Heidelberg die Life Plus Europe Ltd. zur Erteilung eines Buchauszuges an einen ehemaligen Berater. Dem zur Folge muss das Unternehmen nun gem. § 87 C Abs. 2 HGB Auskunft über sämtliche Verträge der letzten 3 Jahre geben, die für die Provisionen des Ex-Beraters eine relevant waren. Der Ex-Berater wird so in die Lage versetzt, die bereits erteilten Provisionsabrechnungen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Das Gericht stellt dabei klar, dass der Buchauszug weiter geht, als die monatlich erteilten Abrechnungen. So hat der Buchauszug sämtliche Umsätze in Euro und nicht etwa in Volumen anzugeben. Außerdem sind die Berechnungsgrundlagen mitzuteilen.

 Darüber hinaus stellt das Gericht fest, dass der Anspruch auf Buchauskunft jedem Handelsvertreter zusteht, ohne dass dieser geltend machen muss, dass Zweifel an der Richtigkeit der vorangegangenen Abrechnungen bestehen.

Orig. Quelle: http://www.mlmrecht.de/2012/04/24/landgericht-heidelberg-verurteilt-life-plus-zur-erteilung-eines-buchauszuges/#more-176

Samstag, 28. April 2012

RBH Bank - Offshore Banking



Impressum von 2007 RBH-Bank

RBH Bank Formation Co. Ltd.

 81 / 22 , Moo 124
 Noern Plub Wan Village 3
 Nongprue, Banglamung,
 Chonburi 20150
 Thailand
 Eingetragenes Stammkapital : 2.000.000,00 Baht

 Geschäftsführer: Michael Barthel & Pinthep Ngamjing

 Steuernummer: auf Anfrage

 Kontakt: backoffice (at) rbh-bank.com


RBH Bank macht als erster Werbung für die RPP Abzocke OMPP !


Offshore Banking RBH anonym registriert:
http://whois.domaintools.com/rbh-bank.com

Newsletter aus dem OMPP Thread:

Beworben am 07.10.2011

Ab Dienstag werden wir verstärkt am Online-Banking arbeiten um ein Kreditkartensystem einzubinden und andere kleinere Änderungen vorzunehmen. Dadurch kann es ab und zu zur Nichterreichbarkeit der Online-Banking Seite kommen. Etwaige Unannehmlichkeiten Ihrerseits bitten wir im Vorfeld zu entschuldigen.

Diejenigen von Ihnen, die sich auf den Aufruf gemeldet haben bei der Übersetzung zu helfen, bitten wir uns noch einmal eine Mail zu senden, da die vorherigen Anfragen verloren gegangen sind.

Mit freundlichem Gruß

Ihr RBH-Team

Ps.: Einer unserer Anteilseigner hat uns darauf angesprochen, ob wir Ihn unterstützen können ein Projekt bekannt zu machen, an dem er teilnimmt. Der folgende Inhalt ist als Werbung anzusehen und hat in keiner Weise damit zu tun, wie wir über das Projekt denken oder was wir davon halten.

Wer sich für Rentenpläne interessiert, sollte sich einmal diese Seite ansehen: http://www.om-pp.com/cms/referral/7777774a



Fundstücke:

Letzten Sonntag war ich bei der Online-Konferenz der RBH-Bank.
 Wenn ich mich richtig entsinne, findet sie auch diesen Sonntag statt.

 Es begann um 19 Uhr mit der Präsentation von Ad4surf .
Anwesend war ein Herr "Michael Manns" , der Betreiber des Swiss-Siam-Investment-Club.
 Er ist wohl auch Geschäftsführer bei Ad4surf und Ad4surf-invest.

 Bei all diesen Hyips gibt es sagenhafte Renditen.

 Der Knaller ist wohl Swiss-Siam mit dem Plan "Ertrag".
 Ab 2500 Euro Einlage bekommt der Investor 12 Monate lang 19% Rendite.
 Das Highlight: nach 6 Monaten gibt es die Einlage zurück, die Rendite läuft trotzdem weiter bis Monat 12.

 Etwas weniger attraktiv is der Plan "Chance".
 Ab 1000 Euro Einlage gibt es 19% Rendite für 12 Monate, danach die Einlage zurück.

 Michael Manns versichert, daß die Einlagen auch "versichert" werden können.

 Um 20 Uhr begann die Präsentation der RBH-Bank.
 Da spielt Michael Manns zwar auch wieder eine Hauptrolle, aber der Ansprechpartner ist Michael Twieling.
 Er sprach so leise, daß man das Ohr an den Lautsprecher halten mußte.

 Bei der RBH-Bank winkt eine saftige Eigenkapitalrendite von mindestens 30% monatlich.
 Die Herren streben eine Vollbank an, welche für jedermann weltweit offen sein wird.
 Sie haben zwar keine Bankkaufleute oder sonstige Leute mit Ahnung vom Bankwesen in der Mannschaft,
 aber das macht nichts.
 Es geht schließlich darum, HYIPs wie Syllas oder MPE oder andere hochprozentigen Programmen eine Zahlungsplattform zu bieten, die nicht mehr von Behörden kaputtgemacht werden kann.
 Alles außerhalb der lästigen deutschen Gesetze.
>>>  rbh-bank.com - Royal Business House - Moneypay!?

Mittwoch, 28. März 2012

Vier Vermittler von Schneeballbetrüger Ulrich Engler angeklagt

Was waren das für schöne Zeiten, als Anlegerin Hannelore S. aus Gengenbach in Baden-Württemberg noch Abrechnungen (siehe Ausriss) über ihre Aktienanlagen aus dem sonnigen Florida zugeschickt bekam.

Der angeblich ehemalige Leiter des Derivatehandels der Chase Manhattan Bank, Ulrich Engler (50), der sich mit seiner Firma Private Commercial Office (PCO) in Cape Coral selbständig gemacht hat, bescheinigte der Anlegerin persönlich, dass ihr Vermögen im April 2007 von 23.000 Euro um 1.150 Euro auf 24.150 Euro angewachsen sei. Das Geld werde er wieder gewinnbringend (5 Prozent monatlich sind garantiert) in vorbörsliche Aktien anlegen.

Hannelore S. sollte wie 6.000 Geschädigte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr Geld niemals wiedersehen. Der aus Andelfingen in Baden-Württemberg stammende Ulrich Engler, der auch als Großsponsor der Galopprennen von Iffezheim bei Baden-Baden auftrat, machte den Sack bei 121 Millionen Euro zu und tauchte im Sommer 2007 ab. Trotz einer Belohnung von 10.000 Euro der Staatsanwaltschaft Mannheim wurde Engler bis heute nicht gefasst.

Anklage wegen hundertfachen Anlagebetruges gegen vier Vermittler

Dafür aber seine 200 Vermittler. Gegen vier der umsatzstärksten PCO-Kapitalanlagevermittler hat die Staatsanwaltschaft Mannheim heute Anklage wegen hundertfachen gewerbsmäßigen Anlagebetruges bei der Wirtschaftskammer am Landgericht Mannheim erhoben. Außerdem wird dem Quartett die unerlaubte Erbringung von Finanzdienstleistungen vorgeworfen. Keiner von ihnen hatte eine Erlaubnis zur Vermittlung von Kapitalanlagen in Deutschland, die die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin hätte ausstellen müssen.

Der Erste Staatsanwalt Peter Lintz aus Mannheim sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Ein Vermittler stammt aus Bruchsal bei Mannheim, einer aus Nürnberg, einer aus Schwaben in Bayern und einer aus Landshut. Gegen weitere Vermittler laufen die Ermittlungen noch. Der Initiator - ein bereits in Deutschland wegen Betrugs vorbestrafter 50jähriger Geschäftsmann - wird mit internationalem Haftbefehl gesucht."

Die vier Angeklagten sollen 24 Millionen Euro eingesammelt haben

Die vier Angeklagten sollen laut Anklage zwischen Ende 2004 und Mitte 2007 unter dem Slogan "Day Trading - Aktienhandel mit System" über eine Vielzahl von Untervermittlern die Kapitalanlage von Ulrich Englervertrieben und mehrere hundert Kapitalanleger um mehr als 24 Millionen Euro betrügerisch geschädigt haben.


 http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=929&meldung=Vier-Vermittler-von-Schneeballbetrueger-Ulrich-Engler-angeklagt#thumb


Donnerstag, 9. Februar 2012

Abzocke in der MLM-Branche - Gier frißt Hirn

Abzocke im Network Marketing - immer wieder fallen Vertriebler auf dubiose MLM-Anbieter herein, die ihnen zum Teil hohe finanzielle Verluste bescheren. Manchmal können die Teilnehmer an solchen Programmen auch juristischen Ärger bekommen - dann nämlich, wenn diese gegen geltendes Recht verstoßen. Allzu großes Mitleid mit den übers Ohr gehauenen Vertrieblern muß man aber nicht haben. Zweifellos profitieren die Abzocker von der verbreiteten Arglosigkeit und Unwissenheit, doch erst die Gier vieler Networker auf schnellen Reichtum macht die finsteren Zeitgenossen so erfolgreich. Wem der Kopf vor lauter Geldträumen vernebelt ist, darf sich nicht beschweren, wenn er hinterher mit leeren Händen dasteht.

Was ist Abzocke?

 

Abzocke hat viele Gesichter. Das Wort steht umgangssprachlich für Übervorteilung im weitesten Sinne, wobei dies nicht zwingend bedeuten muß, daß die strafrechtlichen Voraussetzungen des Betrugs gegeben sind. Andere Begriffe aus der Alltagssprache sind Geldmacherei, Trickserei, Schmu, Beutelschneiderei oder einfach „Beschiß“.

Die Grenzen zur Straftat sind also fließend. Im Network Marketing gibt es zahlreiche Abzocker-Programme, von denen nicht jedes den Tatbestand einer Straftat erfüllt. Dennoch werden die Teilnehmer an solchen MLM-Programmen in der Regel um viel Zeit und manchmal auch um viel Geld gebracht. Oft jedoch hält sich der materielle Schaden in Grenzen, was dazu führt, daß sich kaum jemand findet, der dagegen juristisch vorgeht - die Anwalts- und Gerichtskosten wären deutlich höher als die materielle Wiedergutmachung. Denn wenn die Strafrechtslage ziemlich unklar ist, bleibt nur Weg der Zivilklage.

Die Tricks der Abzocker

 

Genau das ist eine der Abzockermethoden: Die Kosten für die Teilnahme am Programm werden bewußt so niedrig angesetzt, daß der wirtschaftliche Verlust für den einzelnen nicht die Schmerzgrenze überschreitet. So lassen sich Klagen schon im Vorfeld fast vollständig aussschließen, da etwaige Rechtskosten in keinem Verhältnis zum Schadenersatz stehen würden.

Auch sonst verstehen es die MLM-Abzocker, ihren Programmen den äußerlichen Anschein von Seriösität zu verleihen. Mit effektheischenden Websites, imposanten Geschäfspräsentationen und Werbematerialien voller geschäftsmäßig klingender Begriffe „pusten“ sie ihre hohlen Angebote auf. Viele kaufmännisch unerfahrene und rechtsunkundige Personen fallen auf so ein Gemache herein.

Ebenfalls beliebt bei Abzockern ist, sich hinter irgendwelchen Firmenkonstrukten mit Sitz im Ausland zu verstecken, vorzugsweise in Übersee - ein „bewährtes Mittel“ gegen eventuelle Rechtsstreitigkeiten. Denn eine Klagepartei müßte die Gerichte im Sitzland des Betreibers anrufen, was ein teures Unterfangen wäre. Handelt es sich dann noch um so exotische Domizile wie Paraguay oder die Seychellen, bleiben die Bösewichte in der Regel völlig unbehelligt - es sei denn, man weist ihnen nach, daß es sich um eine Briefkastenfirma handelt und die Hintermänner in Wahrheit in Deutschland sitzen. Das aber ist oft nicht oder nur schwer möglich. Doch auch Klagen in den EU-Nachbarländern sind teuer und zeitaufwendig. Hinzu kommt die Sprachbarriere, sofern es nicht gerade um Länder wie Österreich oder die Schweiz geht.

Noch schwieriger ist es, gegen ausländische Abzocker vorzugehen, deren Angebote nicht einmal in deutscher Sprache vorliegen. Gerade aus den USA schwappen immer wieder dubiose MLM-Programme herüber, an deren Betreiber man so gut wie gar nicht herankommt. „Mitgebracht“ werden diese Programme von irgendwelchen hiesigen Vertrieblern, die sich damit ein Riesengeschäft versprechen. Diese setzen dann eine deutschsprachige Infoseite ins Netz und gehen auf „Dummenfang“. Da die Einschreibung in der Regel über die ausländische Website erfolgt, hat man im Streitfall keinen Ansprechpartner, während der deutsche Vertriebler die Verantwortung für die Probleme von sich weist.